Ein Krabbenkutter auf der Nordsee. - Der Deutsche Fischereitag wird in nahe am Meer, in Emden, ausgetragen. Foto: Sina Schuldt/dpa

Ein Krabbenkutter auf der Nordsee. - Der Deutsche Fischereitag wird in nahe am Meer, in Emden, ausgetragen. Foto: Sina Schuldt/dpa

Emden 02.11.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

Hochseefischer fürchten Eskalation im Fangquoten-Streit

Die deutschen Hochseefischer fürchten in Folge des Brexits eine bevorstehende Eskalation des Fischereistreits zwischen der EU und Norwegen.

„Wir stehen vor der größten Herausforderung der jüngsten Geschichte“, sagte Samuel Rodriguez Ortega vom Deutschen Hochseefischerei-Verband zum Auftakt des Deutschen Fischereitages am Dienstag in Emden. Nach Darstellung der deutschen Fischerei versucht Norwegen nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, Fangquoten zu seinen Gunsten zu erhöhen - jedoch zu Lasten der EU-Fischer.

Im Fokus steht demnach vor allem die Kabeljauquote vor der Insel Spitzbergen. Die Quote, die der EU jährlich zugeteilt werde, sei seit 1986 festgeschrieben, sagte Rodriguez Ortega. Laut Verband steht den EU-Fischern nach dem Brexit nun eine Quote von rund 24.600 Tonnen zu. Norwegen will für 2021 aber nur rund 17.900 gewähren. „Wir reden hier von über 7000 Tonnen Kabeljau, es geht um arktischen Kabeljau in diesen Gewässern - und das ist substantiell“, sagte Rodriguez Ortega.

Den Hochseefischern zufolge wird die von Norwegen gewährte Quote in Kürze abgefischt sein. Sie befürchten harte Maßnahmen von Norwegen, sollten EU-Fischer dort dennoch weiter fischen. Man setze darauf, dass die EU einen Kompromiss mit Norwegen finde, sagte Rodriguez Ortega. „Aber uns läuft die Zeit weg.“ Sollte es zu einer Eskalation kommen, müsse die EU ihrerseits Maßnahmen erwägen. Denkbar seien dann etwa Importbeschränkungen für Kabeljauprodukte aus Norwegen, sagte Rodriguez Ortega.

Die deutsche Hochseeflotte besteht nach Angaben des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes aus sieben Schiffen. Die Mitgliedsunternehmen sind in ganz Norddeutschland verteilt.

© dpa-infocom, dpa:211102-99-834890/2

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Erstellt:
2. November 2021, 15:20 Uhr
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