Höhlenbäume dienen nicht nur Spechten als Zuhause. NABU

Höhlenbäume dienen nicht nur Spechten als Zuhause. NABU

Landkreis 15.11.2017 Von Die Harke

Höhlenbäume gesucht

NABU-Baumprojekt startet erneut zur Holzerntesaison 2017/18

Weit über als 100 Höhlenbäume, verteilt über den Landkreis Nienburg, wurden bereits vom NABU Nienburg, erworben und stehen nun über das wirtschaftliche Nutzungsalter hinaus für die biologische Vielfalt zur Verfügung.

„Somit ist das NABU-Großprojekt mit seinen Projektpartnern, der niedersächsischen Bingo Umweltstiftung und des Landkreises Nienburg, überaus erfolgreich im Winter 2016/2017 gestartet“, heißt es in einer Mitteilung des [DATENBANK=4921]NABU[/DATENBANK]. Die Höhlenbäume sollten nicht am Wegeseitenrand sowie als Solitärbaum mitten in einer Wiese, Ackerfläche oder Hecke stehen.

NABU

„Viele weitere Meldungen und Angebote von Höhlenbäumen, konnten leider aufgrund der Verkehrssicherungspflichten nicht abschließend bearbeitet werden. Die Höhlenbäume sollten nicht am Wegeseitenrand sowie als Solitärbaum mitten in einer Wiese, Ackerfläche oder Hecke stehen, denn hier bestimmt immer die Verkehrssicherungspflicht die Standzeit der Bäume und nicht die Natur. Alle bisher erworbenen Bäume, für das NABU-Habitatbaumprojekt, befinden sich somit ausschließlich in privaten Waldgebieten“, heißt es weiter.

Pünktlich zur Holzerntesaison 2017/2018 starte das Projekt jetzt wieder richtig durch. Ziel sei es, Höhlenbäume in Privatwäldern zu erwerben, um eine möglichst lange Erhaltung der Bäume über das wirtschaftliche Nutzungsalter hinaus, bis hin zur Zerfallsphase zu sichern.

Vorrausetzung für den Erwerb durch den NABU, sei ein Baum mit besonderer Bedeutung für den Naturschutz. Die dafür nötigen Strukturmerkmale über die biologische Vielfalt eines Baumes, könnten ganz unterschiedlicher Art sein. Dazu zählen zum Beispiel Spechthöhlen, Faulhöhlen, Rindentaschen, Pilzkonsolen, Stammverletzungen mit intensiver Holzfäule, massiver Kronenausbruch, Totholz, Blitzschäden oder Stammbruch.

Die Rettung dieser Bäume vor der Säge lasse vielen Vögeln, wie Waldkauz, Hohltaube, Specht, Meise, Greifvögel oder Insekten wie Wildbienen, Hornissen und Säugetiere wie Fledermäuse einen äußerst wichtigen Lebensraum.

Baumbesitzer sollten dem NABU ihre Höhlenbäume aus den Privatwäldern des Landeskreises Nienburg melden. Nach der Meldung der Bäume nimmt der NABU Kontakt zum Waldbesitzer oder einer Forstinteressengemeinschaft auf und werde diese nach Verkaufseinwilligung bewerten, vertraglich sichern, mit einer Plakette markieren und per GPS zum späteren Wiederauffinden einmessen.

„Die Bewertung des Einzelbaumes erfolgt transparent nach den aktuellen Waldbewertungsrichtlinien (WBR) unter der Berücksichtigung aller Pauschalen für die lebenslange Standzeit. Das heißt im Klartext, dass der schon geschädigte Habitatbaum mehr wert ist, als ein gesunder, gefällter Baum“, schreibt der NABU.

NABU-Projektleiter ist Bernhard Schiewe, Telefon (04257) 9841494, E-Mail Habitatbaum@NABU-Nienburg.de . Er wird alle Meldungen erfassen. In einem Gespräch und nach Sichtung des Baumes werden die Modalitäten mit den Eigentümern besprochen.

Zum Artikel

Erstellt:
15. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.