Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt/Main 18.03.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Hörmann zu Olympia-Absage: „Einige Wochen Zeit“

Angesichts der rasanten Ausweitung der Coronavirus-Pandemie könnte die Entscheidung über eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio schneller kommen als bisher angenommen.

„Wir hatten eine Stunde lang eine Telefonkonferenz mit dem Internationalen Olympischen Komitee. In der wurde darauf hingewiesen, dass man noch einige Wochen Zeit hat, um die weitere Entwicklung abzuwarten“, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, im „Mittagsmagazin“ des ZDF.

„Und ich denke, dann kann man und dann muss man auch abschließend Antworten geben“, betonte er. Nicht zuletzt für die Athletinnen und Athleten, die Klarheit benötigen, ob gegebenenfalls die Wettkämpfe stattfinden können oder nicht.“

Noch am Mittwoch hatte das IOC bekräftigt, dass „keine drastischen Entscheidungen erforderlich“ seien „jegliche Spekulation zum jetzigen Zeitpunkt wäre kontraproduktiv“ seien. Bisher galt Mitte bis Ende Mai als Zeitraum einer möglichen Absage oder Verschiebung der Sommerspiele vom 24. Juli bis 9. August.

„Grundsätzlich liegt es natürlich in der Verantwortung des IOC, wenn irgend möglich an einer solchen Veranstaltung festzuhalten, sofern die Rahmenbedingungen passen“, erklärte er. „Über all die Ebenen unserer Gesellschaft erleben derzeit politische Verantwortliche, Konzernchefs oder viele andere, die in der Verantwortung sind, die Unplanbarkeit und Unkalkulierbarkeit.“ So auch das IOC.

In der Telefonschalte des IOC mit den Verantwortlichen der Nationalen Olympischen Komitees hätte keiner angesichts der wachsenden Kritik auch von Athleten auf eine sofortige Olympia-Absage gepocht. „Es haben alle in der Runde klar und deutlich darauf hingewiesen, dass wir in einer einmaligen Sondersituation sind“, berichtete Hörmann. „Das ist aber auch dem IOC bewusst.“ Daher gebe es eine Krisengruppe des IOC, der Weltgesundheitsorganisation und des Organisationskomitees in Japan.

„Dies heißt also, dass diejenigen, die in der Verantwortung stehen, im Lauf der nächsten Wochen klären werden und endgültig entscheiden müssen, wie es weitergeht“, so der DOSB-Chef. Die Gesundheit der Weltbevölkerung stehe an allererster Stelle.

Die Kritik, dass dies ein Spielen auf Zeit sei, wies Hörmann zurück. „Ich denke, der Sport hat in großer Verantwortung und in großer Solidarität über die verschiedenen Ebenen reagiert“, sagte er. In Deutschland hätte man beispielsweise den gesamten Trainings- und Wettkampfbetrieb weitgehend eingestellt.

„Die Entscheidungen, die zu treffen sind, insbesondere in den Ligen, sind eben auch jeweils mit großen Konsequenzen verbunden“, sagte Hörmann. „Es geht um Arbeitsplätze, es geht um die Frage der Zukunftsfähigkeit. Es geht schlichtweg um die Existenz.“ Die Gesellschaft könne sich darauf verlassen, dass der Sport sich seiner Verantwortung bewusst ist. „Wir werden dafür werben, und wir werden weiter dafür arbeiten“, sagte er.

Kurzporträt von Hörmann auf dosb.de

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Erstellt:
18. März 2020, 15:11 Uhr
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