Holger Lachnit DH

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Nienburg 19.04.2019 Von Holger Lachnit

Hoffen auf ein Ende der Ungewissheit

Seit mehr als zehn Jahren ist die Nienburgerin Mandy Müller verschwunden / Jetzt geht die Polizei an die Öffentlichkeit

Seit mehr als zehn Jahren ist Mandy Müller aus Nienburg verschwunden. Am 13. September 2008 wurde die damals 18-Jährige zuletzt von Ihren Angehörigen gesehen. Die Familie ist fest davon überzeugt, dass die junge Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Nun wendet sich die Polizei an die Öffentlichkeit, um doch noch Hinweise auf das Versteck der Leiche und den mutmaßlichen Täter zu bekommen. Seit mehr als zehn Jahren ist eine junge Frau verschwunden. Die damals 18-jährige Nienburgerin Mandy Müller wurde am 13. September 2008 zuletzt von ihrer Familie gesehen. Dann fuhr sie mit ihrem Lebensgefährten Angelino M. nach Celle, wo das nach „Sinti-Sitte verheiratete“ Paar ein gemeinsames Haus beziehen wollte. Dazu sollte es nicht kommen. Seit der Nacht zum 14. September 2008 fehlt jede Spur von Mandy Müller.

Zunächst richtete sich der Verdacht der Polizei gegen den Lebensgefährten der 18-Jährigen. Dann wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft als Vermisstenfall geführt, bis dort die Ermittlungen 2010 offiziell eingestellt wurden. Im November jenes Jahres folgte eine aufsehenerregende Demonstration in Nienburg: Mehreren hundert Menschen – Familienangehörige und Freunde von Mandy Müller – zogen vom Ernst-Thoms-Platz zum Amalie-Thomas-Platz um vor der Polizeiinspektion für eine Fortsetzung der Suche zu protestieren. Eltern und Großeltern waren bereits damals fest überzeugt: Ihr Kind musste einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein. Was die Angehörigen damals nicht wussten: Die Polizei hatte wenige Wochen zuvor in einem Celler Waldstück nach der Vermissten gesucht und sogar Grabungen vorgenommen. Es hatte sich ein Zeuge gemeldet, der im Herbst 2008 dort verdächtige Geschehnisse gesehen haben wollte.

Seitdem hat die Familie nie Ruhe gegeben. Immer wieder hat sie sich im laufe der Jahre an die Medien gewandt, hat sogar einen Hellseher engagiert, der sagen sollte, wo sich Mandy Müller – oder deren Leiche – befindet.

Ende 2016 wurden die Ermittlungen von der Celler Staatsanwaltschaft plötzlich wieder aufgenommen. Im September 2107 folgte eine spektakuläre Aktion auf einem Friedhof in Wolfenbüttel: Es gab konkrete Hinweise von Zeugen, dass sich im Grab des Großvaters von Angelino M. die sterblichen Überreste der verschwundenen Nien­burgerin befinden könnten. Als das Grab geöffnet worden war, bestätigte sich diese Vermutung allerdings nicht.

Und nun geht die Nienburger Polizei an die Öffentlichkeit: Sie stellt den Fall „Mandy Müller“ am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ vor.

Im April 2016 hatte die Polizei ein solches Vorgehen noch abgelehnt. Als das Verschwinden der jungen Frau in einer Sondersendung von „Aktenzeichen XY“ über Vermisstenfälle aufgerollt werden sollte, lehnte die Polizei eine Mitwirkung ab. Damalige Begründung: Der Fall sei auf den lokalen Bereich zwischen Nienburg und Celle begrenzt. Von daher seien bundesweite Zeugenaufrufe wenig erfolgversprechend. Jetzt gibt es offenbar neue Erkenntnisse. Die Polizei ist fest davon überzeugt, dass Mandy Müller nicht mehr lebt.

Es ist zu hoffen, dass nun viele neue Hinweise eingehen. Villeicht führt einer von ihnen dazu, dass die Leiche der Vermissten gefunden wird und im nächsten Schritt ein Täter ermittelt werden kann.

Für die Angehörigen, die seit mehr als zehn Jahren im Unklaren über das Schicksal Mandy Müllers sind, dürfte das eine Erlösung sein.

Was meinen Sie? Den Autor erreichen Sie per E-Mail an la@dieharke.de.

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Erstellt:
19. April 2019, 16:00 Uhr
Lesedauer:
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