Für 80000 Euro sind Eisbahn und Zubehör zu haben.

Für 80000 Euro sind Eisbahn und Zubehör zu haben.

01.02.2015

Holtorfs Eisbahn jetzt bei Ebay

Ende Februar ist Schluss / Förderverein erleichtert, aber auch ein bisschen traurig

Von Edda Hagebölling

Holtorf. Wäre es nach Rolf Heidorn gegangen, wäre die Eisbahn in Holtorf schon in diesem Winter nicht mehr aufgebaut worden. Seiner Mutter zuliebe hat er – und mit ihm mehrere andere Unermüdliche – aber noch einmal mit angepackt, als es im November erneut darum ging, die Kühlschläuche auszurollen, die Bande aufzustellen und Eis zu machen für das 1200 Quadratmeter große betonierte Areal auf dem Gelände des Holtorfer Freibades. Ende Februar ist jetzt aber definitiv Schluss. Die Eisbahn mit allem Drum und Dran ist seit Montag bei Ebay zu haben. Für 80 000 Euro. Ein bisschen traurig ist Eisbahn-Chefin Waltraut Heidorn schon. Aber auch erleichtert. „Natürlich war es schön, zu beobachten, wieviel Spaß besonders die Kinder daran hatten, sich auf dem Eis auszutoben“, so Holtorfs ehemalige Kindergartenleiterin. „Und geschadet hat mir und meinen Mitstreitern die Arbeit an der frischen Luft auch nicht“, fährt sie schmunzelnd fort. Aber sie kann auch ihren Sohn verstehen.

Immerhin war er es, der immer ran musste, wenn irgendetwas nicht funktionierte. Oder wenn die Eismaschine zu bedienen war, um die Spuren eines turbulenten Tages auf der Eisbahn zu beseitigen und die Eisfläche für den nächsten Tag zu präparieren. „Dass er sich ausgerechnet in dieser letzten Saison beim Reparieren der Maschine auch noch schwer verletzt hat, ist wohl eine Ironie des Schicksals“, so Mutter Waltraut Heidorn.

Gerade dieser Winter macht es jedoch auch der 77-Jährigen relativ leicht, sich von der Eisbahn zu verabschieden. „Der Dezember und der Januar waren total verregnet. Die Tage, an denen wir bisher geöffnet hatten, können wir an zwei Händen abzählen“, so Heidorn. Richtig erleichtert war sie allerdings, als ausgerechnet in der Woche, in der die e.on alle Grundschüler aus dem Kreis auf die Eisbahn eingeladen hatte und auch rund 800 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern der Einladung gefolgt waren, Schlittschuh-Wetter angesagt war.

Hochbetrieb herrschte auch am vergangenen Wochenende, als es einmal nicht regnete und der Winter ein kurzes Stelldichein gab.

Allein am Sonntag zählten Waltraut Heidorn und ihre ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer rund 500 Besucher.

„Wer wollte, konnte bei uns Kaffee, heißen Kakao oder Glühwein bekommen. Für die Kinder halten wir zudem ‚bunte Tüten‘ und Donuts bereit. Wer allerdings glaubt, bei uns zum Kuchenessen einkehren zu können, ist bei uns falsch. Wir sind eine Eisbahn und kein Café“, so die Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung des Holtorfer Freibades.

Sollte der Deal mit Ebay nicht klappen, geht für die Holtorfer die Welt nicht unter. Die Berliner Firma, bei der die Eisbahn vor gut neun Jahren gekauft wurde, würde sie auch zurück nehmen. „Vorerst behalten möchten wir aber noch die Eisstöcke und die Pinguine“, berichtet Waltraut Heidorn weiter. Der Verkaufserlös fließt in die Freibad-Kasse. Und da, wo jetzt noch die Eisbahn ist, wird schon im Frühsommer die Minigolf-Anlage stehen.

„Natürlich dreht sich die Welt für uns auch ohne Eisbahn weiter. Aber uns werden die Einnahmen fehlen. Einnahmen, die dazu beitragen, dass wir das Freibad betreiben können. Ehrenamtlich“, gibt Waltraut Heidorn zu bedenken.

Allerdings gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass die Stadt ihren Zuschuss von 50 000 Euro für das Holtorfer Bad doch noch aufstocken wird. Auch freut sie sich bereits auf die bevorstehende Freibad-Saison. „Ein junger, gut ausgebildeter Schwimmmeister hat bereits zugesagt, bei uns in Holtorf arbeiten zu wollen“, so die Fördervereins-Vorsitzende. Und ergänzt augenzwinkernd: „Und zum Glück ist uns auch Manni Meinking nach wie vor wohl gesonnen.“

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Erstellt:
1. Februar 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

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