Neubauten stehen in einem Neubaugebiet in der Region Hannover. Die Preise für Baurohstoffe wie Holz, Beton und Stahl sind 2021 in die Höhe geschossen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Neubauten stehen in einem Neubaugebiet in der Region Hannover. Die Preise für Baurohstoffe wie Holz, Beton und Stahl sind 2021 in die Höhe geschossen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wiesbaden 10.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Holz, Beton, Stahl: Am Bau ist alles teurer geworden

Auf den Baustellen in Deutschland sind im vergangenen Jahr die Rohstoff-Preise nahezu explodiert. Einzelne Baustoffe wie Holz und Stahl erlebten Preissteigerungen wie noch nie seit 1949, berichtete das Statistische Bundesamt.

So legte Konstruktionsvollholz im Vergleich zum Vorjahr um 77,3 Prozent zu, Betonstahlstäbe waren 52,8 Prozent teurer. Auch andere wichtige Vorprodukte wie Bitumen aus Erdöl, Epoxidharze oder Kupferlegierungen übertrafen deutlich die allgemeine Steigerung der Erzeugerpreise, die das Amt für 2021 bei 10,5 Prozent verortet.

Die Preise für die Bauleistungen kletterten in der Folge ebenfalls stark. Die Firmen stellten Bauherren und Bauherrinnen im Schnitt 9,1 Prozent mehr in Rechnung. Hier waren Zimmer- und Holzarbeiten mit einem Plus von 29,7 Prozent die größten Preistreiber. Im Bauhauptgewerbe waren die Umsätze im November 6,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr zeichnete sich nach elf Monaten ein Plus von 1,6 Prozent ab. Die steigende Zahl von Baugenehmigungen deutet aus Sicht der Statistiker auf eine weiter rege Bautätigkeit hin, wenngleich die Zahl der Projekte wächst, die vorerst nicht in Angriff genommen werden.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen warnte, eine „Bauflation“ gefährde Wohnungsbau- und Klimaschutzziele. Bauherren hätten mit explodierenden Baupreisen, Handwerkermangel und einer abrupt gestoppten KfW-Förderung zu tun. Bund und Länder müssten umgehend Maßnahmen zur Stabilisierung der Baukosten auf den Weg bringen. Finanzhilfen des Bundes und vor allem eigene Zuschüsse der Länder wären ein wirksames Mittel, sagte Präsident Axel Gedaschko. Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) forderte Initiativen der Politik. Zu Mitte des Jahres rechne die Branche aber mit einer leichten Entspannung der Lage.

© dpa-infocom, dpa:220210-99-66689/2

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Erstellt:
10. Februar 2022, 15:28 Uhr
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