Mit Kai Griebe (links, mit zweien seiner Holzwerke) freuen sich Projektbegleiterin Anke Heuer, Anleiter Jörg Rottmann und Pädagoge Klaus Lüdeke (von links). Schmidetzki

Mit Kai Griebe (links, mit zweien seiner Holzwerke) freuen sich Projektbegleiterin Anke Heuer, Anleiter Jörg Rottmann und Pädagoge Klaus Lüdeke (von links). Schmidetzki

Nienburg 10.06.2017 Von Nikias Schmidetzki

Holz und Garten für sich entdeckt

Für Kai Griebe folgt aus einer Berufs-Eingliederungsmaßnahme eine (zunächst geringfügige) Anstellung

Als Schlosser hat Kai Griebe zuletzt während seiner Ausbildung gearbeitet. Danach nicht mehr. Mit Jobs bei Zeitarbeitsfirmen hat er sich über Wasser gehalten – und zuletzt mit Maßnahmen von Bildungsträgern. Nun ist er auf dem Weg wieder eine Anstellung zu bekommen, wenn auch zunächst geringfügig. Griebe ist 47. Er war zuletzt drei Jahre ohne Arbeit und kam über die Profil-Maßnahme der Ausbildungsstätten Rahn zum Gartenprojekt. Die Maßnahme soll Teilnehmenden ihre Möglichkeiten aufzeigen und ihnen ermöglichen, sich neu zu orientieren. Sie dient auch dem Zugang in das Programm „Soziale Stadt“ und das Begleitprogramm BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier), zudem auch der Mitmachladen an der Verdener Landstraße in Nienburg gehört. Er ist Teil des 55076, was für „Kompetenz, Mehrwert, Beteiligung und Integration“ steht.

Dort half Griebe schon bei den Vorbereitungen und war regelmäßiger Gast. Dann lief das Projekt für ihn aus. Doch: „Ich wollte noch bleiben“, sagt er. „Profil“ sei die erste Maßnahme gewesen, die ihm so richtig gefallen habe. Und da Griebe auch den Mitarbeitern des KoMBI-Projektes positiv aufgefallen war, bekommt er volle Unterstützung. „Wir gucken, welche Möglichkeiten nach dem Projekt bestehen“, sagt Projektleiterin Tamara Ritter.

Griebe hatte nur wenig Erfahrung im Bereich Garten und Holzbau. Aber eben das interessierte ihn. Bis heute beschäftigt er sich damit. Gerne steht er in der Werkstatt des Mitmachladens und lässt kleine Kunsthandwerks-Produkte entstehen – gerne auch aus anderen, bereits bestehenden, Produkten. „Er hat immer was zu tun, viele eigene Ideen“, lobt Projektbegleiterin Anke Heuer ihn.

Schon im Winter hatte er mit anderen den 53055 vorbereitet, gehört von Anfang an zu denen, die dort mitwirken. Es folgten Beete, eine Sitzecke in der Lehmwandlung und nun ein Gärtnerjob am Stadtteilhaus im Nordertor. Dort soll er Hausmeistertätigkeiten ausüben, als geringfügig Beschäftigter des Sprotte-Vereins.

Ein Unterschied von KoMBI zu vielen anderen Angeboten ist die Tatsache, dass die Teilnahme freiwillig ist. Es gibt die Schnittstelle zu „Profil“, dem das Jobcenter Teilnehmende zuweist. Wer aber direkt im Mitmachladen aktiv wird, entscheidet das selbst. Und längst nicht alle kommen auf Rat des Jobcenters, sondern einfach so, um Hilfe zu bekommen, dort kreativ zu werden oder sich auszutauschen.

„Einige sind täglich da, andere kommen nur bei Bedarf“, sagt [DATENBANK=1591]Tamara Ritter[/DATENBANK]. Sie nehmen offene Angebote, in der Holzwerkstatt etwa oder in der Küche, wahr oder lassen sich bei ihren Bewerbungen helfen. Zum festen Kern gehört auch Kai Griebe – mittlerweile sogar als Helfender, wenn es um Holz geht etwa. Denn dort, bestätigen die Mitarbeiter, sei er besonders gut einsetzbar. Was er findet, setzt er gerne ein, um etwas Neues zu basteln.

Nun soll sich seine Mühe also gelohnt haben. Die Stelle im Nordertor könnte aber nur ein Etappenziel sein. „Der nächste Schritt für Kai ist die Wiedereingliederung“, sagt Klaus Lüdeke, der die Projektteilnehmer pädagogisch betreut. Es dürfte daher in den kommenden Wochen und Monaten noch mehr auf Griebe zukommen. Ihm soll es recht sein. Die Aufgaben sollen wachsen. „Und ich wachse mit“, sagt Kai Griebe.

Die Leserinnen und Leser der HARKE am Sonntag können in den nächsten Ausgaben noch mehr über das KoMBI-Projekt erfahren. Das Projektteam im [DATENBANK=3339]Sprotte[/DATENBANK] am Lehmwandlungsweg ist telefonisch unter (05021) 9929287 und per E-Mail an die Adresse biwaq@nienburg.de erreichbar.

An der Verdener Landstraße befindet sich der Mitmachladen. Schmidetzki

An der Verdener Landstraße befindet sich der Mitmachladen. Schmidetzki

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Erstellt:
10. Juni 2017, 21:00 Uhr
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