13.01.2013

„Holzeinschlag kein Problem“

BUND befragte Landtagskandidaten zum Thema Landwirtschaft

Nienburg (DH). Ein großer Teil der niedersächsischen Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Neben der intensiven ackerbaulichen Nutzung ist Niedersachsen einer der größten Fleischerzeuger Deutschlands. In den vergangenen Jahren ist zunehmende Kritik sowohl an der Intensität der Landwirtschaft als auch der Vergabe von Subventionsgeldern aufgekommen. Auch in der Forstwirtschaft lässt sich in den letzten Jahren eine Intensivierung beim Holzeinschlag beobachten.

Der „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) wollte von den Landtagskandidaten aller Parteien im Landkreis Nienburg wissen, wie sie zur Landwirtschaft stehen.

Drei Fragen wurden gestellt. Nicht geantwortet haben Heiner Werner (FDP) und Monika Tautz (Bündnis 90/Grüne) sowie Bernd Dreyer und Heinrich Rode (Piraten).

In der ersten Frage wurde das Problem des gewaltigen Zuwachses im Anbau von Mais als Energiepflanze und die damit verbundene Bedrohung der Artenvielfalt angesprochen.

Bei Förderung von Biogasanlagen sollte die Verwendung von Bioabfallstoffen vorgeschrieben werden, fordern die Kandidaten von CDU (Karsten Heineking, Johann-Heinrich Ahlers), Die Linke (Viktoria Kretschmer, Torben Franz) und FDP (Dr. Lothar Biege). Bündnis 90/Grüne (Helge Limburg) wollen den Bonus für Mais als Energiepflanze abschaffen und den Energiepflanzenanbau pro Region auf 20 Prozent beschränken.

Nur noch Genehmigungen für Biogasanlagen bei Nachweis von Wärmenutzung fordern die Kandidaten von SPD (Grant-Hendrik Tonne, Birgit Menzel) und der FDP-Kandidat. Durch Fruchtfolge die Vielfalt der Energiepflanzen erhöhen wollen die SPD, Bündnis 90/Grüne, Die Linke und die FDP. Die CDU will Blühstreifen fördern.

Durch Massentierhaltung entsteht mehr Gülle als die Felder vertragen können. 60 Prozent des niedersächsischen Grundwassers enthalten dadurch zu hohe Nitratwerte. In der zweiten Frage wurde nach Maßnahmen zur Verminderung von Gülle gefragt.

Die CDU will die bisherige Kooperation mit Land- und Wasserwirtschaft fortsetzen, die FDP will die grundwasserschützende Verbringung von Dünger anstreben, die SPD will einen Masterplan „Tierschutz“ aufstellen und den Kommunen mehr Entscheidungsbefugnis bei der Genehmigung neuer Ställe einräumen.

Die Grünen und Die Linke wollen die Düngung stärker kontrollieren, die Grünen über eine Meldedatei, Die Linke über die Verschärfung der Düngeverordnung. Die Grünen wollen nur noch Ställe genehmigen, wenn in derselben Region Flächen für die Gülle verfügbar sind. Die Linke will eine Düngerabgabe einführen, die für Grundwasserschutz verwendet werden soll.

In der dritten Frage wurden die Kandidaten gefragt, wie sie die biologische Vielfalt in unseren Wäldern erhalten wollen, wenn der Holzeinschlag so zunimmt wie zuletzt.

Hier sind die Positionen der Parteien deutlich verschieden.

CDU und FDP sehen keine Gefahren durch die Zunahme der Holzgewinnung, die Kandidaten der CDU befürworten sogar ihre Erhöhung, da dadurch Importe verhindert würden.

Gleichzeitig befürwortet die CDU die langfristige ökologische Waldentwicklung. Die Kandidaten von SPD, Bündnis 90/Grüne und Die Linke betonen den Vorrang für die Ökologie in der Waldbewirtschaftung. Grüne wollen 15 Prozent der Landeswaldflächen als Naturwald ohne Nutzung, Die Linke will dies für mindestens fünf Prozent.

Laut Johanne Sailer und Lothar Gerner vom Vorstand des BUND Nienburg, zeigen die Antworten Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede in den Haltungen der befragten Kandidaten zur Entwicklung der Landwirtschaft unserer Region. Der BUND ist der Meinung, dass die Positionen der Kandidaten für die Meinungsbildung zur Wahl hilfreich sein können.

Die vollständigen Aussagen der Kandidaten, auch zu Fragen der Energie- und Klimaschutzpolitik und zu Gewässerschutz- und Naturschutzpolitik finden Interessierte im Internet unter www.bund-nienburg.de.

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Erstellt:
13. Januar 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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