Hotel-Office statt Home-Office

Hotel-Office statt Home-Office

Weil die Hotelzimmer in Zeiten der Corona-Krise ungenutzt sind, bietet das „Weserschlößchen“ in Nienburg sie als Arbeitszimmer an. Foto: Flinspach

Das „Weserschlößchen“ aus Nienburg will der Corona-Krise mit einer kreativen Idee begegnen: „Wir bieten Unternehmen aus der Region an, dass sie unsere Zimmer für ihre Angestellten mieten können“, sagt Hoteldirektor Sascha Stuwe. Für viele Menschen sei momentan Homeoffice angesagt, um die Infektionsketten zu verringern. Nicht alle hätten jedoch zu Hause die Möglichkeiten und sehnten sich nach einer ruhigen und sicheren Arbeitsumgebung.

„Das bieten schon andere an“, berichtet Stuwe, der von der Umsetzung der Idee eines „Hotel-Office“ in Cuxhaven und Wiesbaden weiß und sich davon umgehend animieren ließ. Die Zahl der Übernachtungen im „Weserschlößchen“ sinkt von Tag zu Tag im einstelligen Bereich. Das zwang das Hotel an der Mühlenstraße dazu, Kurzarbeit für seine 24 fest angestellten Beschäftigten anmelden zu müssen. „Viel härter trifft es unsere fast zwanzig 450-Euro-Kräfte, denen ich keine Arbeit mehr anbieten kann – und die haben den Job meist, weil sie ihn und das Geld dringend brauchen.“

Der 49-Jährige ist wie viele Unternehmer in der Region besorgt: „Wir wären in diesen Tagen normalerweise komplett ausgebucht gewesen, jetzt sind wir quasi auf Null gesunken“, erzählt der Hoteldirektor. Die Absage von Messen und anderen Veranstaltungen, keine Geschäftsreisende mehr, keine Tagungen, das Wegbrechen des Tourismus in Deutschland, das sind harte Einschnitte.

Wir wären in diesen Tagen normalerweise komplett ausgebucht gewesen, jetzt sind wir quasi auf Null gesunken.

Sascha Struwe, Hoteldirektor

Um die eigene Not zu lindern, aber gleichzeitig ein Hilfsangebot für Unternehmen und deren Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Homeoffice zu machen, hofft Stuwe, dass die 36 Zimmer seines Hotels auch während der Coronavirus-Pandemie sinnvoll genutzt werden: „Wir verfügen über freies WLAN, Schreibtische sind ebenfalls vorhanden.“ Durch das vorhandene Housekeeping sei für die tägliche Reinigung inklusive Flächendesinfektion gesorgt. Ganz klar: Es wird Auslastung benötigt, damit für die Kurzzeitarbeitenden überhaupt genügend Tätigkeiten vorhanden sind.

Die Preise setzt das „Weserschlößchen“ je nach Raumgröße zwischen 25 und 30 Euro pro Tag an. „Bei langfristigen Buchungen ist sicherlich noch Spielraum“, sagt Stuwe. Das angeschlossene Restaurant ist geschlossen, es werde auch kein Zimmerservice geboten – oberste Prämisse sei die Vermeidung von Kontakten.

Interessierte sollen ihren Buchungswunsch zwischen 7.30 und 18.30 Uhr unter Telefon (0 50 21) 6 20 81 oder per E-Mail an info@weserschloesschen.de anmelden.