Hoyas Karnevalisten im Streit

Hoyas Karnevalisten im Streit

Das Prinzenpaar des Clubs "Echte Freunde".

Von Horst Achtermann

Hoya. Hat der Karneval in der Grafenstadt Hoya mit einem Karnevalsverein „Hoyas Weser Narren“ und einem Karnevalsclub „Echte Freunde“ eine Chance, den rheinischen Karneval fest in der norddeutsche Tiefebene zu etablieren? Am Sonnabend, dem 22. Noevmber, und damit genau elf Tage nach dem 11. 11., fand in der Schützenhalle die zweite Sitzung des Karnevalclubs „Echte Freunde“ statt. Gäste waren Karnevalisten aus Stolzenau. Und auch „Hoyas Weser Narren“ waren auf Einladung mit einer Abordnung erschienen. Pastor Ruh hielt eine „Büttenpredigt“ in einer pastoralen Verpackung und plattdeutsch getextet stimmte er das Lied „Wi laten de Kark in Heie“ an. Die Narren sangen kräftig mit. Nach der Proklamation des „neuen Hoyaer Prinzenpaares“ André Preiß und Mariana Beitz wurde noch bis zum frühen Morgen gefeiert, berichtete Stefanie Volkmann aus dem Vorstand der „Echten Freunde“. Allerdings ohne die „Weser Narren“. Die waren nach Vorlage eines – angeblich gefälschten – Schreibens des Hauses verwiesen worden.

„Wir wünschen dem Prinzenpaar des Clubs eine gute Zeit“, teilte Ralph Reinke von „Hoyas Weser Narren“ auf Nachfrage der Harke am Sonntag mit, „auch wenn wir den Anspruch erheben, mit Prinz Marco I. und Prinzessin Conny I. das offizielle Prinzenpaar der Stadt Hoya zu stellen“

Aus dem Musikzug der Grafenstadt Hoya heraus hatte sich 2008 der Club „Echte Freunde“ gegründet. Mangels Teilnahme hatte der Musikzug im Jahr 2004 die Veranstaltung „Hoya steht Kopf“ einschlafen lassen. Ebenfalls 2008 veranstalteten die „Weser Narren“ einen Geisterumzug, um den Karneval in Hoya wieder aufleben zu lassen. Daran nahm auch der Musikzug teil, so Stefanie Volkmann weiter. Bei einer kleinen Feier im Alten Rathaus beschlossen Musikzug-Mitglieder hinterher, einen zweiten Karnevalsclub zu gründen – „Echte Freunde“.

„Dass wir eine Fortsetzung des Karnevals in Hoya wollen, kann ich nach den Vorkommnissen der letzten Woche leider nicht garantieren. Es ist schon recht unüblich, erst zu einer Veranstaltung eingeladen und dann des Hauses verwiesen zu werden“, schreibt Ralph Reinke. Auf dieser Basis sei eine Zusammenarbeit erst einmal grundsätzlich nicht möglich. Zu Gesprächen seien die „Weser Narren“ aber bereit, so Reinke gegenüber der Harke am Sonntag.

Nach Vorlage eines Schreibens von der Stadt Hoya waren die Vertreter der „Weser Narren“ am 22. November des Hauses verwiesen worden. „Es schien uns, dass das kein Original-Schreiben der Stadt war“, so Stefanie Volkmann.

Karin Hauffe im Vorzimmer von Stadtdirektor Detlef Meyer klärte auf: „Eine Anfrage der ‚Weser Narren‘ diesbezüglich wird am 8. Dezember in der entsprechenden Ratssitzung der Stadt Hoya vorgetragen. Im Grunde spricht nichts dagegen, dass sich das Prinzenpaar des Vereins mit der Stadt Hoya sehr verbunden fühlt und das auch dokumentiert wird.“

Vom Karnevalsclub „Echte Freunde“ liege dagegen für deren Prinzenpaar keine Anfrage vor, so Hauffe weiter.

Der Club „Echte Freunde“ wird am Umzug im Februar nicht teilnehmen.

Keine friedliche Stimmung unter den Narren in der Grafenstadt Hoya.