20.01.2013

Hoyas Synagoge in Öl nachempfunden

Mayk Intemann stellt Bild vor / Ab 10 Februar Ausstellung in Nienburg, Syke und Hoya

Hoyerhagen (an). Es sind nicht viele, die sich auf Spurensuche jüdischen Lebens in Hoya begeben und dort Zeugnisse suchen. Ulrich Knufinke ist Mitarbeiter bei der Forschungsstelle für jüdische Kultur in Europa an der Uni Braunschweig, er bereitet eine Ausstellung vor, in der ab 10. Februar im Nienburger Museum, im September in Syke und danach im Heimatmuseum Hoya „Stätten jüdischer Kultur und Geschichte“ gezeigt werden.

In Hoya bittet Elfriede Hornecker, Leiterin des Heimatmuseums, dass sich Bürger mit Fotos und auch einzelnen Fundstücken daran beteiligen.

Die 1938 von den Nazis zerstörte Synagoge in der Deichstraße lebt bildhaft nur noch in den Erinnerungen einiger weniger Zeitzeugen. Kein Foto, keine einzige bildliche Darstellung ist heute bekannt. „Nur eine Hausecke am Giebel ist auf einem alten Zeitungsausschnitt noch zu sehen“, erzählt Mayk Intemann (47), freischaffender Künstler aus Hoyerhagen, dem das Gedenken an jüdisches Leben wichtig ist. Der Künstler machte sich im vergangenen Jahr Gedanken. „Wie kann die Synagoge ausgesehen haben?“ Irene Möller hat als 14-jähriges Kind ihre Erinnerungen geschildert, die Mayk Intemann zunächst mit weiteren Zeugenaussagen und dem Grundriss skizziert hat, „einfach mit Bleistift und Tusche“. Es war ihm bewusst, das Bild der Synagoge hat eine Geschichte, die sichtbar sein muss. „Das ursprüngliche friedliche Leben, das durch die Nazis dunkel wurde, ein rotes Backsteingebäude mit Licht und Schatten, eben auch ein Teil Hoyaer Geschichte“, sagt der Künstler. Das alles hat er in Öl gemalt und in seinem Atelier in Hoyerhagen der Harke vorgestellt. Mayk Intemann hat übrigens seine erste künstlerische Ausbildung während seiner Schulzeit in Nachmittagsstunden beim Schweringer Künstler Gottlieb Pot d`Or erhalten.

Dieses Ölgemälde könnte ein Exponat für die im Februar beginnende Ausstellung sein. Das von Mayk Intemann geschaffene Erinnerungsbild über die Synagoge in Hoya sei wichtig für die jüdische Geschichte in Hoya. So wichtig, wie Ulrich Knufinke und Elfriede Hornecker die gesamte Ausstellung sehen: „Die jüdische Geschichte nicht irgendwo, sondern nebenan“.

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Erstellt:
20. Januar 2013, 00:00 Uhr
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