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Nienburg 17.02.2018 Von Edda Hagebölling

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Auf dem Nachhauseweg noch eben schnell bei der Apotheke anhalten. Das hat auch am Freitagabend wieder prima geklappt. Obwohl es bereits viertel vor sechs war.

Natürlich um das zu besorgen, was zurzeit alle benötigen: irgendwas gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Die Beratung war wie immer freundlich und kompetent. Obwohl es nur um ein Fläschchen Nasenspray ging. Wieder im Auto fiel mir auf: Egal, wann ich anhalte: geöffnet ist immer. Morgens vor der Arbeit, mittags. Und eben auch am Freitagabend. Nicht auszudenken, dass die Apotheke eines Tages schließen müsste, weil alle nur noch im Internet zu kaufen. Um ein, zwei Euro zu sparen.

64137. Dass sie in eine SB-Geschäftsstelle umgewandelt werden soll, zeichnete sich bereits ab. Weniger Schreibtische, mehr Automaten, immer wieder andere Gesichter hinter dem Schalter. Und letztens sogar der Hinweis, dass auch das gute alte Sparbuch auf ein SB-Sparbuch umgestellt werden kann. Für die treuen Kunden meiner Generation durchaus eine Zäsur. Das Sparbuch zum Schalter tragen, Zinsen nachtragen lassen oder das Geld von der Konfirmation einzahlen, kam stets einer heiligen Handlung gleich.

Aber natürlich gehöre auch ich längst zu denen, die ihre Überweisungen von zuhause erledigt. In die Sparkasse gehe ich nur noch, um Geld am Automaten abzuheben. Oder die Flyer für meinen Lieblingssportverein auszulegen. Selbst das Kleingeld meiner Doppelkopfdamen habe ich letztens selbst in eine Zählmaschine eingegeben.

Natürlich wird jeder die Zwänge, denen Sparkasse und Volksbank ausgesetzt sind, nachvollziehen können. Und das bisschen, das ich ohnehin nur noch vor Ort erledigen habe, kann ich auch weiterhin vor Ort erledigen. Sogar rund um die Uhr. Sollte ich irgendwann einmal eine Beratung benötigen, werde ich wohl bei der Filiale in Holtorf anhalten. Liegt auch auf dem Weg. Zeiten ändern sich halt. Aber ein bisschen traurig ist‘s schon.

Richtig traurig ist auch, was sich aktuell an den Schulen in Stadt und Kreis abspielt. Allein die [DATENBANK=4419]ASS[/DATENBANK] musste fünf volle Lehrerstellen an die Grundschulen abordnen. Was die Leiter der vier Gymnasien im Kreis auf die Fragen der HARKE am Sonntag geantwortet haben, lesen Sie unter der Überschrift „64176“.

Natürlich ist die Versorgung der Grundschulen wichtig. Wird doch dort der Grundstein für den Weg, den die Kinder einmal nehmen, gelegt. Aber die Unterrichtsversorgung an den Gymnasien sollte doch wohl auch nicht ganz unwichtig sein. Hinzu kommt: ein Ende der Misere ist nicht in Sicht.

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Erstellt:
17. Februar 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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