Der Installateurausschuss in Nienburg wurde gut angenommen.  Foto: Installateurausschuss

Der Installateurausschuss in Nienburg wurde gut angenommen. Foto: Installateurausschuss

Holtorf 23.02.2020 Von Die Harke

Hygiene bleibt Dauerbrenner

Installateurausschuss tagt in Nienburg: Warnung an Bauherren vor falscher Sparsamkeit

Selten war eine Sitzung des Kreis-Nienburger Installateurausschusses so gut besucht: Im Gasthaus „Zur Krone“ in Holtorf mussten Stühle nachgereicht werden, um alle Teilnehmer unterzubringen. Thema des gemeinsamen Gremiums von Wasserversorgern und Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikern: die Hygiene in Trinkwassersystemen.

Für die Wasserversorger wie auch für die Fachleute aus den Installationsbetrieben seien die Hintergründe der hohen Hygieneanforderungen in Deutschland nichts Neues, sagte Ausschussvorsitzender Joachim Oltmann, Leiter Trinkwasserversorgung beim Kreisverband für Wasserwirtschaft. Doch zum einen zeichneten sich Verschärfungen vor dem Hintergrund europäischen Rechts des in Deutschland geltenden Regelwerks ab. Zum anderen trieben nach seiner Beobachtung die massiv gestiegenen Neubaukosten viele Bauherren dazu, am falschen Ende sparen zu wollen.

Mancher Hauseigentümer unterschätzte nach wie vor die Gefährlichkeit „toter“ beziehungsweise zu selten genutzter Trinkwasserleitungen, warnte Oltmann: Jedes Jahr würden in Deutschland mehr als zehntausend Menschen an Infektionen mit Legionellen sterben. Korrekt gespülte Leitungen könnten diese Todesfälle verhindern.

Je mehr „Luxus“, je mehr aufwendige Technik, desto höher sind für den Bauherrn die laufenden Kosten und desto mehr kann kaputt gehen.


Martin Pagel,

Sachverständiger in Fragen der Trinkwasserhygiene

Der Installateurausschuss hatte mit Martin Pagel einen hochkarätigen Referenten eingeladen: Er ist Sachverständiger in Fragen der Trinkwasserhygiene und Mitglied in den jeweiligen Gremien der DIN und des Verbands Deutscher Ingenieure (VDI). Grundsätzlich empfahl der Gastredner, bei Hausinstallationen nach dem Grundsatz „weniger ist mehr“ zu verfahren: Je mehr „Luxus“, je mehr aufwendige Technik, desto höher seien für den Bauherrn die laufenden Kosten und desto mehr könne kaputt gehen.

Manche technische Finesse berge gar Gefahren: Pagel nannte als Beispiel den Kühlschrank mit integrierter Eiswürfelmaschine. Werde die nicht genutzt, könne es zu Verkeimungen kommen. Mit Vorsicht zu behandeln seien gleichfalls mit Regenwasser gespülte Toiletten: Was in der Toilette ankomme, sei kein Regenwasser mehr, sondern mit Keimen belastetes „Dachflächen-Ablaufwasser“. Es müsse, fasste Martin Pagel seine Ausführungen zusammen, kompromisslos darauf geachtet werden, dass es keine „wie auch immer geartete“ Verbindung von Brauchwasser zum Trinkwassersystem gebe.

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Erstellt:
23. Februar 2020, 11:43 Uhr
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