„Ich werde mir was ausdenken“

„Ich werde mir was ausdenken“

Oyles Trainer Jörg Golembiewski möchte auch gegen Husum die Siegerfäuste ballen. Schwiersch

„The Road to...“ heißt es jedes Jahr in Champions- und Europa League. Während die Austragungsorte der große Finals in den europäischen Eliteklassen jedes Jahr wechseln, steht das Ziel der Kreis-Nienburger Fußballer seit rund 25 Jahren traditionell fest: der Rasenplatz am Herbert-Fisbeck-Heim in Marklohe. Mit über 1000 Zuschauern ist er am Pfingstmontag der Wallfahrtsort für Pilger des Kreisfußballs. Auf dem Weg dorthin sind noch acht Mannschaften, unter denen sich sechs Teams aus der Kreisliga, aber auch noch zwei „Underdogs“ aus der 1. Kreisklasse Süd befinden. Der [DATENBANK=959]SC Marklohe[/DATENBANK] würde am 21. Mai gerne „zu Hause“ um den Titel kämpfen, muss dazu in der morgigen Viertelfinalbegegnung aber gegen den [DATENBANK=2525]SC Haßbergen[/DATENBANK] bestehen. Beide Formationen sind mit Siegen gut in das neue Jahr gestartet und gelten als heiße Kandidaten auf den Pokalsieg.

Vermeintlich einfacher dürte es der [DATENBANK=38]TSV Eystrup[/DATENBANK] haben. Die Elf von Trainer Markus Beck reist nach Liebenau. Der dortige [DATENBANK=1120]SV Aue[/DATENBANK] hat seit Monaten kein Ligaspiel mehr gewonnen, aber aufgepasst: Im Pokalwettbewerb klappte es; der letzte Sieg war im Achtelfinale gegen Kreuzkrug-Huddestorf (3:0). Eine deutliche Rollenverteilung scheint es bei den zwei weiteren Partien zu geben: Mit dem SC Viktoria Lavelsloh wartet der Tabellensechste der Kreisklassen-Südstaffel auf den [DATENBANK=298]SV Inter Komata Nienburg[/DATENBANK].

Die Viktoria darf sich dennoch gute Chancen ausrechnen: Die Kreisstädter taten sich vor einer Woche bei Kellerkind Stöckse schwer (0:0) und kassierten zuletzt gegen Münchehagen ein überraschend hohes 1:5. Die weite Anfahrt macht es Inter zudem nicht unbedingt leichter.

Für eine Überraschung sorgen möchte auch Trainer Jörg Golembiewski mit seiner [DATENBANK=542]JG Oyle[/DATENBANK]. Die ist in der laufenden Spielzeit noch ungeschlagen und führt die Staffel vor der Konkurrenz aus Wellie und Kreuzkrug an. In den ersten zwei Runden warf das Team Wendenborstel und Stöckse aus dem Wettbewerb.

Im Viertelfinale wurde den Oylern der SV Husum zugelost, gegen den die Golembiewski-Elf in der vergangenen Abstiegssaison kein Bein auf den Boden bekam: 0:3 und 0:4 waren die Ergebnisse des Hin- und Rückspiels, drei der sieben Husumer Tore erzielte Marcel Biler. „Ich werde ihm niemanden auf die Füße stellen. Die Mannschaft muss kompakt auftreten und sich geschlossen aufstellen, dann ist für uns was drin“, gibt der Trainer an. „Die Spiele im vergangenen Jahr sind nicht vergleichbar. Das ist Kopfsache. Wir können viel befreiter in dieses Match gehen und haben nichts zu verlieren.“

Die Winterpause nutzte der Spitzenreiter in Anbetracht der schlechten Wetterverhältnisse gut: An der Kondition wurde geschraubt und die beiden Spiele gegen Kreuzkrug und Düdinghausen bereiteten gut auf das Pokalspiel vor. Obendrein ist das Team ein eingeschworener Haufen, weder Neu- noch Abgänge verzeichnete die JG.

Als Saisonziel formuliert Golembiewski den direkten Wiederaufstieg: „Wenn ich den Aufstieg nicht wollen würde, wäre ich an der falschen Stelle und hätte den falschen Job. Ich will immer das bestmögliche herausholen. Was man nicht vergessen darf: Durch die Reform der Kreisklasse und die resultierende Einzügigkeit droht der Abstieg in die 2. Kreisklasse schneller als es manch einem lieb sein wird. Da muss man nur wenige Monate Verletzungspech haben; das kann jeden treffen. Dem würden wir mit dem Aufstieg aus dem Weg gehen.“

Ob nebenbei noch das Halbfinale herausspringt, ist für den erfahrenen Trainer lediglich eine Nebensache. „Husum ist eine gute Truppe und gehört zu den Topteams im Kreis. Ein Weiterkommen wäre für uns nur ein Zubrot.“ In die Karten schauen lassen wollte er sich trotz allem nicht. Auf die Nachfrage, ob er potenziell eher mauern oder Husum mit eigenem Ballbesitz überraschen wolle, schmunzelte Golembiewski: „Ach, da werde ich mir schon was ausdenken.“

Das Viertelfinale im Kreispokal (alle Mo., 15 Uhr): SV Aue Liebenau – TSV Eystrup, SC Lavelsloh – Inter Komata, SC Marklohe – SC Haßbergen, SG Oyle – SV Husum.