Kontaktlos via Videokonferenz tauschten sich die Teilnehmenden aus. Foto: Landkreis Nienburg

Kontaktlos via Videokonferenz tauschten sich die Teilnehmenden aus. Foto: Landkreis Nienburg

Landkreis 20.02.2021 Von Die Harke

Ideen zur digitalen Jugendarbeit

Fortbildung zeigt Möglichkeiten auf

Die aktuellen Beschränkungen machen die reguläre Arbeit in Jugendeinrichtungen schwer. Daher verlagern viele Anbieter ihr Engagement ins Internet. Wie digitale Jugendarbeit aussehen kann und über welche Kanäle junge Menschen gut zu erreichen sind, dazu hat der Landkreis Nienburg jetzt eine Fortbildung veranstaltet. An der zweitägigen Online-Schulung haben Vertreterinnen und Vertreter aus Jugendhäusern, Verbänden sowie Schulsozialarbeitende teilgenommen.

„Unser oberstes Ziel ist es, den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen halten zu können“, formuliert Simone Sommerfeld, Kreisjugendpflegerin beim Landkreis Nienburg, das gemeinsame Anliegen der hauptamtlich Tätigen in der Jugendarbeit. Ein letztes Arbeitskreistreffen im Sommer hatte gezeigt, dass es einen großen Bedarf an Unterstützung bei Fragen der digitalen Erreichbarkeit von Jugendlichen und bei der Ideenfindung für virtuelle Jugendarbeit gibt.

Dazu hat es jetzt eine Fortbildung, organisiert von der Kreisjugendpflegerin Simone Sommerfeld, gegeben. In zwei Online-Sitzungen hat die Referentin und Kommunikationsberaterin Celsy Dehnert zunächst Erklärungen und Zahlen zu den von Jugendlichen hauptsächlich genutzten Diensten vermittelt. Sie hat Hinweise und Konzeptansätze zu einer sinnvollen Pflege von Postings in Sozialen Medien wie Instagram, Facebook oder Snapchat etwa mit Hilfe von Redaktionsplänen gegeben. Und sie ist der Frage nachgegangen, wie eine für Jugendliche ansprechende Homepage gestaltet sein kann und wie als weitere Mittel der externen Kommunikation Newsletter und Pressemitteilungen zu verwenden sind.

Die Teilnehmenden beschäftigten sich in einem zweiten Themenblock mit möglichen Aktionsformen für junge Menschen, die dafür geeignet sind, sie online zu realisieren. Dabei wurden auch erste kreative Projekte aus den eigenen Reihen vorgestellt. Im Podcast „Vereint“ zum Beispiel erzählen Ehrenamtliche aus Vereinen über ihre Arbeit und die Angebote ihrer Einrichtungen. Außerdem berichten sie darüber, was ihnen ganz persönlich das Ehrenamt gibt und wie man sich als Interessent selber engagieren kann. Zu hören sind diese Podcasts über alle bekannten Streaming-Dienste. Initiiert und umgesetzt wird „Vereint“ von der Kreisjugendpflege, der Koordinierungsstelle Migration und Bildung des Landkreises Nienburg mit Carmen Prummer und dem Kreisjugendring Nienburg mit Johanna Mader und Madlien Horlbeck. Das zweite Beispiel kommt vom Jugendtreff Heemsen. Die Jugendpflegerin Ilka Schaumberg bietet hier schon seit dem ersten Lockdown erfolgreich per Videokonferenz mittwochmittags ab 12 Uhr „Kochen – das schnelle Mittagessen“ an. Freitags gibt es auch „Kochen XXL“, und das kann schon mal dreineinhalb Stunden dauern.

Fast ein wenig „aus der Zeit gefallen“ wirkt angesichts der übrigen Online-Aktionen das Projekt „Ein Buch geht auf Reisen…“. Die neue, völlig analoge Mitmachaktion hat der Evangelische Jugenddienst mit dem Ideengeber Joshua Knierim sowie Julia Grasmück und Berit Busch umgesetzt und weitere Institutionen aus der Jugendarbeit sind dem Beispiel bereits gefolgt. Dabei wird ein zunächst unbeschriebenes Buch von einem Jugendlichen zum nächsten geschickt, und die jungen Menschen können darin ihre Erinnerungen an gemeinsame Aktionen, Fotos oder einfach die Schilderung ihres momentanen Alltags festhalten. Auch das: eine besondere Aktion in Zeiten von Corona.

Wer Fragen oder Anregungen zum Thema hat, kann sich bei Simone Sommerfeld, Kreisjugendpflegerin des Landkreises, unter simone.sommerfeld@kreis-ni.de melden.

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Erstellt:
20. Februar 2021, 16:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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