Die arabische Version des nebenstehenden Textes. DH

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Nienburg 06.05.2017 Von Kamiran Al Ahmed

„Im Orient gab es keine Eiszeit“

CJD-Projekt „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Begegnungscafé von St. Martin zu Besuch im Nienburger Museum

Das Begegnungscafé St. Martin besuchte am Dienstag, dem 25. April, das Nienburger Museum im [DATENBANK=1634]Fresenhof[/DATENBANK]. Die Besucher erlebten einen ganz besonderen Nachmittag. [DATENBANK=354]Museumsdirektorin Dr. Kristina Nowak-Klimscha[/DATENBANK] nahm die Gäste mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Zunächst lauschten sie den spannenden Ausführungen über die Zeit bis ins frühe Mittelalter. So erfuhren die Interessierten, dass alle hier ausgestellten Exponate an Plätzen in der Region gefunden wurden. Sie zeigen die Besiedlung und Sesshaftwerdung der Menschen an der Mittelweser vor etwa 6000 Jahren.

Im Orient, in Syrien, gab es zu dieser Zeit schon Hochkulturen und Leben in Städten. Auch die ersten Schriftzeichen wurden dort gefunden. Haushaltsgeschirr, wie Tongefäße, gab es hier auch, die Idee dazu kam allerdings aus dem Orient.

Die Besucher hörten von Eiszeiten, von Mammuts und Neandertalern, die mit ihren Werkzeugen Jagd auf diese Tiere machten. Im Orient gab es keine Eiszeit, dort lebte demzufolge auch kein Mammut. Die Frage der Direktorin, wieviel Zähne denn ein Mammut habe, wurde dennoch unverzüglich von einem Teilnehmenden richtig mit „Vier“ beantwortet. Einen Mammutzahn und andere Exponate gab es zum Anfassen. Die Besucher erfuhren dabei auch, dass das Mammut bis zu sechsmal neue Zähne bekommen kann.

Der Unterschied zwischen Bronze- und Eisenzeit wurde deutlich. Auch erhielten alle von einem der Besucher eine Lektion über die Zusammensetzungen der Metalle. Gold als edelstes Metall verändert sich demnach nicht, es sei denn, es wurde zu Schmuck verarbeitet. Den wiederum kann man auch im Museum bewundern in Form von Grabbeilagen in Frauengräbern. Das Gräberfeld von Liebenau, ein Fund von internationaler Bedeutung mit 700 Bestattungen, hat im Museum einen besonderen Raum.

Im zweiten Teil der Führung wurde die Geschichte Nienburgs bis zur Gegenwart lebendig. Der Name bedeutet „Neue Burg“, die die Grafen von Hoya im 12. Jahrhundert in Nienburg errichten ließen. Diese Burg stand am Schlossplatz, der heute noch stehende Stockturm ist als letztes davon übrig geblieben.

Viel Spaß hatten die Besucher dann beim Anprobieren einer Ritterrüstung, samt Kettenhelm mit Helm und Lanze….

Die Geschichte der Gegenwart gab dann wieder Anlass zum Nachdenken. So gab es in Nienburg zwei Lager mit 45.000 Kriegsgefangenen. Die Insassen dieser Lager wurden in Nordwestdeutschland auf Bauernhöfen zum Arbeitseinsatz gebracht mit der Begründung, dass die deutschen Männer im Krieg waren

Für die Bewältigung dieses Kapitels der deutschen Geschichte braucht es laut Dr. Nowak-Klimscha eine starke Erinnerungskultur, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.

Das aktuellste Ausstellungsstück ist eine Fotowand, mit dem Thema „Der schönste Ort“. Auffallend an den Fotos dieser Wand ist, dass die Weser sehr präsent und für viele Menschen ein schöner Ort ist.

So bleibt zu wünschen, dass Nienburg an der Weser auch für die neuen Mitbürger ein schöner und sicherer Ort wird, so die Besucher zum Abschied.

Am kommenden Dienstag, 9. Mai, findet zur gewohnten Zeit wieder das Begegnungs- Café St. Martin in den Räumlichkeiten des Kulturwerkes mit Kantor Christian Scheel statt. Alle sind herzlich willkommen.

Wer sich am 11. Mai für „Toleranz im Topf“ interessiert, kann sich ab 17 Uhr beim gemeinsamen Kochen in der Helen-Keller-Schule in Stolzenau einfinden.

Dieser Beitrag ist Bestandteil des 53416“, das vom Bundesamt für Migration gefördert und von der HARKE am Sonntag begleitet wird.

Die Teilnehmer des Begegnungs-Cafés bei ihrem Museumsbesuch. Unten die arabische Version des Textes von Kamiran Al Ahmed. DH

Die Teilnehmer des Begegnungs-Cafés bei ihrem Museumsbesuch. Unten die arabische Version des Textes von Kamiran Al Ahmed. DH

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Erstellt:
6. Mai 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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