Foto: Ansgar Scheffold / Unsplash

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14.08.2020 Von Die Harke

Immer mehr arme Menschen in Deutschland

In Ungleichverteilung von Einkommen in der Bundesrepublik wird Mal für Mal größer, wie eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts, kurz WSI, zeigt. Demnach gab es nie einen deutlicheren Unterschied in der Verteilung. Zwar wächst ebenso die Mittelschicht – doch arme Haushalte werden auch immer ärmer.

Eine positive Entwicklung zeigte sich im vergangenen Jahr insbesondere in der Bevölkerung, die ein mittleres Einkommen erzielt. Diese konnten sich dank jahrelanger positiver wirtschaftlicher Entwicklung stärken und selbst zulegen. Zu verzeichnen ist in diesem Kontext allerdings der Unterschied zwischen dem Einkommen von Gering- und Vielverdienern. Dieser befindet sich auf einem Rekordmaß. So geht die Schere zwischen arm und wohlhabend immer weiter auseinander. Hinzukommt, dass sich dieses Verhältnis in Ostdeutschland mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit weitet.

Insofern verwundert es wenig, dass Menschen immer wieder einmal sofort Geld benötigen. Dieser Umstand lässt sich häufig mit einem schnellen Kreditvergleich lösen. Günstige Konditionen in Kombination mit der Wunschsumme helfen, kurzfristige Engpässe zu überstehen oder nötige Investitionen zu tätigen. Gerade Haushalte mit mittleren Einkommen greifen häufig auf diese Option zurück. Doch ebenso die mehr als 16 Prozent der Menschen, die weniger als 60 Prozent des Einkommens mittlerer Haushalte zur Verfügung haben, müssen immer wieder auf diese Möglichkeit zurückgreifen. Der Anteil dieser Personen ist im bundesweiten Durchschnitt im Übrigen innerhalb von sechs Jahren um 2,5 Prozent angewachsen.

Zudem zeigt sich, dass es den Haushalten, die unterhalb der Armutsgrenze leben, ebenso immer schlechter geht. Im Jahr fehlen diesen, um die 60-Prozent-Hürde zu erreichen, 3452 Euro. Diese Zahl stammt aus dem Jahr 2016 und zeigt im Vergleich zu 2005, in dem der Betrag noch bei 2873 Euro lag, eine Steigerung von rund 30 Prozent – Tendenz steigend.

Insbesondere Arbeiter im Niedriglohnsektor sind von der Armut besonders häufig betroffen. Dabei sind sie es, die dafür sorgen, dass viele Dinge überhaupt funktionieren. Hinzukommt, dass die Ungleichheit ebenfalls politisch begünstigt worden ist. So profitierten vor allem die ohnehin reichen Haushalte von den Maßnahmen, konkret, der Senkung des Spitzensteuersatzes. Gleiches gilt für die Reform der Erbschaftssteuer. Auch hier wurde den ärmeren Haushalten durch die höheren indirekten Steuern weniger in der Tasche gelassen.

Mit der Corona-Pandemie sind die Umstände selbstverständlich nicht besser geworden. Denn gerade im Niedriglohnsektor sind die Auswirkungen deutlich spürbar. Haushalte, die ohnehin bereits über ein sehr niedriges Einkommen verfügten, drohen nun ganz abzurutschen. Gleiches gilt für die Vielzahl an Selbstständigen in diesem Sektor, die täglich davon leben, etwa Waren von A nach B zu transportieren. Diese schlafen ohnehin meist schon in ihren Fahrzeugen und verdienen einen Hungerlohn. Mit wegbrechenden Aufträgen und Einnahmen, wird sich das soziale Elend hierzulande, sollte es ein Ende der Krise geben, deutlich verstärkt zeigen.

Besonders gefährdet sind in diesem Kontext Kinder. Insbesondere Alleinerziehende haben ein sehr hohes Risiko, in die Armut abzurutschen. So zeigten aktuelle Zahlen, das jedes siebte Kind betroffen ist. Bei den Alleinerziehenden lag die offizielle Zahl der europäischen Statistikbehörde Eurostat bei 33,8 Prozent im Jahr 2018. Als armutsgefährdet gelten in Deutschland Personen, die mit weniger als 60 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens auskommen müssen.

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Erstellt:
14. August 2020, 10:21 Uhr
Lesedauer:
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