Adrien Tyb'l, seit Oktober Chef des Nienburger „Weserschlößchens“. Hagebölling

Adrien Tyb'l, seit Oktober Chef des Nienburger „Weserschlößchens“. Hagebölling

Nienburg 18.02.2017 Von Edda Hagebölling

„Immer offen für Neues“

Adrien Tyb‘l erläutert, wie sich das „Weserschlößchen“ auf die Theaterbesucher einstellt

„Wie kann es angehen, dass Schauspieler, die von weit her gereist kommen und im ‚[DATENBANK=4267]Weserschlößchen[/DATENBANK]‘ übernachten, nach der Vorstellung nicht einmal mehr belegte Brote bekommen. Der Begriff ‚Fremdschämen‘ setzte sich in unseren Köpfen fest. Wir können nur hoffen, dass die Schauspieler nicht nur dieses Erlebnis im Kopf haben, wenn sie an Nienburg denken.“

Die Theater-Abonentinnen Dagmar Christiansen, Birgit Hüttmann, Regina König, Dorothee Mörling und Hille Laue fanden in ihrem Schreiben an die HARKE deutliche Worte, nachdem sie dank Michaela May, Ingo Naujoks und Michael Roll in dem Stück „Die Wunderübung“ einen bis dahin schönen Theaterabend in der „Theaterklause“ ausklingen lassen wollten und Zeuge wurden, wie die drei Bühnenstars mit ihrer Bitte, noch etwas zu essen zu bekommen, abgewiesen wurden.

Im Gespräch mit der HARKE am Sonntag schildert Adrien Tyb‘l, seit Oktober Chef des „Weserschlößchens“ und damit auch der „Theaterklause“, wie das Zusammenspiel geregelt ist zwischen dem Hotel mit seinen 36 Zimmern und dem Theater.

Dem gebürtigen Wittenberger war der Vorfall gleich am nächsten Morgen geschildert worden. „Natürlich ist es immer unser Bestreben, unsere Gäste zufrieden zu stellen“, so Tyb‘l beim Treffen im „Brückenrestaurant“. Der Hotel-Direktor bittet aber um Verständnis dafür, dass auch ein Koch einen Anspruch hat auf eine geregelte Arbeitszeit.

„Wir weisen unsere Gäste, und damit auch die Schauspielerinnen und Schauspieler, die bei uns übernachten, immer darauf hin, dass die Küche um 22 Uhr schließt“, betont der Hoteldirektor.

Ähnlich hatte sich zuvor bereits [DATENBANK=2293]Jörg Meyer[/DATENBANK] gegenüebr der HamS geäußert. „Ich rate den Schauspielern und Ensembles immer dazu, rechtzeitig im Hotel nachzufragen. Und ich bin mir sehr sicher, dass die Schauspieler diese Situation auch aus anderen kleineren Städten kennen“, so der stellvertretende Theaterchef.

Und Adrien Tyb‘l ergänzt: „Wenn die Schauspieler soweit sind, ist es häufig 23.30 oder 24 Uhr. Dass ich den Koch so lange warten lassen, geht einfach nicht.“

Übernommen hat Tyb‘l die Regelung von seinem Vorgänger Ronny Otto. Und auch, wie mit der Pausenbewirtung im Theater verfahren wird. „Wenn wir die Dienstpläne aufstellen, erkundigen wir uns vorher im Theater, mit wieviel Besucherinnen und Besuchern zu rechnen ist, wie lang die Stücke sind und wieviel Pausen vorgesehen sind“, so der Hotelchef. Ab 450 Theatergästen wird auch der Stand im Obergeschoss besetzt.

„Ohnehin gehen immer mehr Besucher des Theaters auf dem Hornwerk dazu über, den Theaterbesuch mit einem Essen im Brückenrestaurant zu kombinieren“

Unterstützt werden die Mitarbeiterinnen des Hotels bei der Pausenbewirtung von den Garderobendamen. „Da die ja während der Vorstellung Leerlauf haben, wurde das zwischen dem Theater und dem Hotel so vereinbart“, berichtet Adrien Tyb‘l weiter. Bewährt hat sich seinen Angaben zufolge, dass die Theaterbesucher, die in der 20-minütigen Vorstellungs-Pause in der Theaterklause etwas trinken möchten, die Bestellung vorher aufgeben. Und im Idealfall auch schon vorher bezahlen.

„Ohnehin gehen immer mehr Besucher des Theaters auf dem Hornwerk dazu über, den Theaterbesuch mit einem Essen im Brückenrestaurant zu kombinieren“, so der Hoteldirektor. Andererseits gebe es aber auch Abende, an denen kein einziger Theaterbesucher ins Restaurant überwechsele.

Abschließend betont Adrien Tyb‘l: „Sprechen Sie mich unbedingt an, wenn Sie Anregungen haben. Ich bin immer offen für Neues.“

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Erstellt:
18. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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