Dreibeine warnen vor Wildwechsel

Dreibeine warnen vor Wildwechsel

Johann Reiswich (rechts) und Günter Mayer bei der Aufstellung eines Dreibeins. Foto: Polizei

Dreibeine sollen auf der Landesstraße 350 zwischen Steyerberg und Reese auf die Gefahren von Wildunfällen aufmerksam machen und Autofahrer zu einer vorsichtigen Fahrweise animieren. Jäger und Polizei platzierten die auffälligen Gestelle kürzlich an der Strecke.

„Im letzten Jagdjahr habe ich 14 Rehe und ein Wildschwein an der Landesstraße 350 nach Wildunfällen geborgen“, erläutert Günter Mayer als zuständiger Jagdberechtigter für den Bereich Steyerberg die aktuelle Situation.

„Das ist für eine Strecke von drei Kilometer recht viel! Wir haben schon beim Landkreis eine Geschwindigkeitsbeschränkung und Wildwechselschilder für die Strecke beantragt. Wenigstens diese werden in Kürze aufgestellt,“ ergänzt der Jagdgenossenschaftsvorsitzende Gerhard Ernst. „Im benachbarten Pfarrbusch sind zurzeit vermehrt Spaziergänger unterwegs, die das Wild zusätzlich beunruhigen. In der nächsten Zeit setzt auch wieder der landwirtschaftliche Verkehr auf den Feldern ein, der für zusätzliche Unruhe sorgt.“

Werner Müller vom Sachgebiet Verkehr der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg erläutert dazu: „Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass es Beschränkungen nur dort geben darf, wo es aufgrund besonderer Umstände zwingend erforderlich ist. Eine Temporeduzierung auf 70 Stundenkilometer wäre eine solche Maßnahme. Da das Wildunfallgeschehen jedoch wie mit der Gießkanne über den gesamten Landkreis verteilt ist, würde das gleiche Maßnahmen für weite Teile des Kreisgebietes nach sich ziehen. Bei einer solchen Streuung wäre das nicht mehr sinnvoll.“

Hinsichtlich der Warnzeichen gebe es ebenfalls eine Regelung: „Gefahrzeichen sind nur dort aufzustellen, wenn ich objektiv nicht mit der Gefahr rechnen muss. Das heißt, in einem Waldgebiet muss der Kraftfahrer immer mit Wildwechsel rechnen, daher sind dort die Gefahrzeichen nicht erforderlich. Habe ich aber eine Strecke auf freier Pläne, wie im Abschnitt zwischen Steyerberg und Reese, wo ich nicht zwingend mit Wildwechsel rechnen muss, machen die Warnschilder wieder Sinn“, so Müller.

Insgesamt solle noch einmal massiv auf die Wildunfallproblematik hingewiesen werden. Dazu würden die auffälligen Dreibeine im Straßenseitenraum platziert. Ursprünglich sei der Ansatz gewesen, jeden Wildunfall mit einem solchen Symbol abzubilden. Mittlerweile seien die Dreibeine aber in die Jahre gekommen, die Anzahl fehle einfach. „So sind wir dazu übergegangen, Strecken wie diese auffällig zu markieren.

Das haben wir bereits im Bereich der B209 bei Anderten und der B214 im Bereich Erichshagen gemacht. Mit dieser Unterstützung hoffen wir, die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu steigern. Letztendlich hilft nur eine mäßige Geschwindigkeit und entsprechende Aufmerksamkeit, einen Wildunfall zu vermeiden oder dessen Folgen zu mindern“, appelliert der Polizeihauptkommissar an die Verkehrsteilnehmer.