Die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca werden in Deutschland vorerst aussetzt. Foto: Nicolas Armer/dpa

Die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca werden in Deutschland vorerst aussetzt. Foto: Nicolas Armer/dpa

Brüssel/Amsterdam 16.03.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

EMA weiter von Vorteil des Astrazeneca-Impfstoffs überzeugt

Die Europäische Arzneimittelagentur hält den Nutzen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bis zum Abschluss der laufenden Untersuchungen für größer als die Gefahren.

Solange die Untersuchungen der EU-Behörde andauerten, sei man entschieden überzeugt, dass die Vorteile des Impfstoffs bei der Verhinderung von Covid-19 das Risiko überwögen, bekräftigte EMA-Chefin Emer Cooke. Am Donnerstag wolle die EMA eine Einschätzung zu möglichen Risiken und zur weiteren Verwendung abgeben.

Deutschland und zahlreiche andere EU-Staaten hatte die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca zuletzt ausgesetzt. Hintergrund waren Berichte über Blutgerinnsel in zeitlichem Zusammenhang mit dem Impfprozess.

Cooke betonte nun, dass eine Situation wie diese nicht unerwartet sei. Wenn man Millionen Menschen impfe, sei es unausweichlich, dass man seltene oder ernsthafte Vorkommnisse von Erkrankungen habe, die nach der Impfung auftreten. Die EMA prüfe nun, ob dies tatsächlich eine Nebenwirkung sei oder Zufall. Es brauche dazu eine wissenschaftliche Bewertung. Jeder Vorfall werde einzeln betrachtet. „Wir müssen die Fakten zuerst haben.“ Vorher könne man nicht zu einer Schlussfolgerung kommen.

Vorläufig hielt Cooke aber fest, dass es bislang keine Hinweise darauf gebe, dass die Impfungen die Vorfälle verursacht hätten. In den klinischen Studien seien sie nicht aufgetaucht, sie seien auch keine bekannten oder erwarteten Nebenwirkungen des Impfstoffs.

Die Corona-Krise habe verheerende gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen, betonte die Irin. Impfstoffe würden dabei helfen, Menschen zu schützen. Dies sei eine sehr wichtige Erwägung bei der Bewertung von Vorteilen und Risiken. Falls die Vorfälle tatsächlich mit dem Impfstoff zusammenhingen, müsse man sehen, wie man damit umgehe - „unter Berücksichtigung, dass diese Impfstoffe auch sehr wichtig zur Verhinderung von Todesfällen durch Covid-19 sind“.

© dpa-infocom, dpa:210316-99-838518/7

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Erstellt:
16. März 2021, 16:06 Uhr
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