Landkreis 16.11.2016 Von Die Harke

In 40 Prozent der Proben gab es zu viel Stickstoff

Der BUND hat Brunnenwasser analysiert: Vielfach seien zu hohe Nitratwerte gefunden worden

Seit den 1990er Jahren bietet die Nienburger Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) die Untersuchung von privaten Grundwasserbrunnen gegen eine geringe Gebühr an. Dazu teilt die Kreisgruppe mit: „Seit zu Jahresbeginn 2014 die Brunnenwasseranalytik und Auswertung der BUND-Kreisgruppe Nienburg überarbeitet wurde, sind insgesamt 331 Wasserproben von privaten Brunnen aus dem gesamten Nienburger Kreisgebiet von Hoya bis Uchte und Rehburg-Loccum angenommen und untersucht worden, zusätzlich noch etliche Oberflächenwasserproben aus Teichen und Bächen und einige Leitungswasserproben.“ Die jüngste Probenannahme fand Anfang Oktober in Hoya statt. Die Nachfrage sei mit 86 abgegebenen Proben so groß gewesen, dass spontan ein zweiter Messtag angesetzt worden sei. Die Analyse umfasse die Bestimmung von acht Messwerten – Leitfähigkeit, pH-Wert, Gesamthärte, Carbonathärte, Eisen, Nitrat, Nitrit und Ammonium. Zusätzlich werde das Aussehen und der Geruch der Wasserproben bewertet. Mit der Bestimmung dieser Parameter sei eine erste Einschätzung der Qualität des Brunnenwassers möglich. Eine Trinkwasseranalyse, bei der mehr auf mehr als 100 verschiedene Substanzen und auch auf Mikroorganismen geprüft werde, könne damit aber nicht ersetzt werden.

Zu den Ergebnissen teilt der [DATENBANK=1426]BUND[/DATENBANK] mit: „Besonders besorgniserregend sind die hohen Nitratwerte, die in ländlich geprägten Regionen unseres Landkreises regelmäßig auftreten – insgesamt lag jede dritte der 331 untersuchten Brunnenwasserproben über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. In der Spitze wurden sogar Werte von über 300 Milligramm je Liter, dem sechsfachen des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung gemessen. Die Vermeidung von Nitrateinträgen ist zwingend erforderlich, da derzeit keine praktikable Technologie zur Nitratentfernung für die Trinkwassergewinnung verfügbar ist.“

Seltener, aber trotzdem viel zu häufig, seien mit zwei beziehungsweise neun Prozent aller Brunnenwasserproben stark erhöhte Nitrit- und Ammoniumwerte auf getreten. Auch hier sei eine Häufung der hohen Belastung im ländlichen Raum festgestellt worden. Diese Stoffe seien gesundheitsschädlich, besonders für Säuglinge. Ein derart belastetes Wasser dürfe nicht als Trinkwasser verwendet werden.

40 Prozent der getesteten Brunnen zeigten eine zu hohe Stickstoffbelastung. Insgesamt hätten nur 10 Prozent der untersuchten Brunnenwasserproben bei allen getesteten Parametern im Bereich der Trinkwasserverordnung gelegen. Bei der Hälfte aller Proben habe es lediglich Abweichungen beim pH-Wert und Eisengehalt gegeben.

Damit könnten die meisten Brunnen zur Nutzwasserversorgung verwendet werden. Das Wasser benachbarter Brunnen könne eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung und Qualität haben, so dass Verallgemeinerungen nicht möglich seien. Lediglich sei im städtischen Bereich meist die Belastung mit Stickstoffeinträgen geringer als in Bereichen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung.

Der nächste Analysetermin findet statt am 22. April in Uchte.

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Erstellt:
16. November 2016, 21:00 Uhr
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