Am kommenden Wochenende ist wieder Bücherbörse.

Am kommenden Wochenende ist wieder Bücherbörse.

07.09.2014

In Büchern und Bildbänden stöbern und schmökern

In Nienburgs Quaet-Faslem-Haus finden am Wochenende wieder die Bücherbörse und der Tag des offenen Denkmals statt

Nienburg. Zum mittlerweile 22. Mal veranstaltet die Bibliothek des Museums Nienburg die Bücher-Börse – ein jährlich wiederkehrendes Ereignis, das von vielen Büchernarren sehnlichst erwartet wird. An drei Tagen kann der Bücherfreund dann auf Schatzsuche gehen. Die aus Spenden und Haushaltsauflösungen stammenden Bücher werden das ganze Jahr über gesammelt. Unmittelbar vor der Börse sortiert ein eingespieltes Team von ehrenamtlichen Helfern rund um Regina Steudte, der Leiterin der Museumsbibliothek, die Bücher nach Sachgebieten. Dabei finden sich auch immer wieder Werke, die nicht in die Börse wandern, sondern den Bestand der Bibliothek mit seltener Literatur erweitern. Die Qualität des Bestandes zeigt sich unter anderem immer dann, wenn andere Bibliotheken – so kürzlich die Zentral- und Landesbibliothek Berlin - über den Fernleihverkehr in der Museumsbibliothek Literatur ordern, die nur noch hier vorhanden ist.

Das Spektrum des auf der Börse angebotenen Lesestoffs reicht von Romanen, historischen Schmökern, Krimis über Reise- und Sachliteratur und Nachschlagewerken bis hin zu Jugend- und Kinderbüchern. In angenehmer und entspannter Atmosphäre können sich Leseratten zu kleinen Preisen von 50 Cent für ein Taschenbuch, einen Euro für gebundene Bücher und bis zu vier Euro für Bildbände mit Lesestoff eindecken. Dabei kommt man auch immer wieder gern ins Gespräch über die Schnäppchen, die man erjagt hat.

Der Erlös fließt in die Museumsarbeit. Wer sich darüber hinaus an der Instandhaltung des historischen Buchbestandes beteiligen möchte, ist mit einer Buch-Patenschaft dabei. Ab zehn Euro aufwärts kann man bei der Restaurierung besonderer Einzelobjekte mithelfen. Dieses Jahr steht ein Sorgenkind der Museumsbibliothek im Mittelpunkt. Eines der ältesten Bücher im Bestand, ein Sachsenspiegel von 1560, ist in größter Not. Alle „Krankheiten“, die ein Buch befallen können, vereint dieses alte Werk der Rechtsgeschichte in sich. Die Restaurierung wird ein immenser Kraftakt, der umfangreichste und kostenintensivste Restaurierungsfall, den die Museumsbibliothek je in Angriff genommen hat. Dies kann nur gelingen, wenn sich genug Sponsoren und Buchpaten finden. Wer mehr dazu wissen möchte oder einen Blick auf das Werk tun möchte, kann dies während der Börse tun. Danach verschwindet der Sachsenspiegel wieder in sein Quarantäne-Exil.

Umrahmt wird die Veranstaltung am Sonntag von den Aktivitäten zum Tag des offenen Denkmals. Nach dem Stöbern in den Büchern bietet sich hier die Gelegenheit, auch das leibliche Wohl nicht zu vernachlässigen: Gegrilltes, Kuchen, Kaffee und kalte Getränke sollen die Besucher erfrischen. DH

Die Börse findet im Zeichensaal des Quaet-Faslem-Hauses, Leinstraße 4, am 12., 13. und 14. September jeweils von 11 bis 17 Uhr statt.

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Erstellt:
7. September 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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