Unbezahlbar: Hermann Kumme (vorne links) mit seiner Rentnergruppe.  Foto: Achtermann

Unbezahlbar: Hermann Kumme (vorne links) mit seiner Rentnergruppe. Foto: Achtermann

Gandesbergen 02.02.2020 Von Horst Achtermann

In Gandesbergen packen alle mit an

Rentner, Ratsfrau, Bürgermeister und Eltern helfen aus

Ob es Hermann Kumme mit seiner Rentnergruppe ist oder Ratsmitglied Corinna Bruns als Architektin oder Bürgermeister Karl-Heinz Stein. Wenn es um Belange zum Wohl der Allgemeinheit in der 479 Einwohner zählenden Gemeinde Gandesbergen geht, dann werden diese von vielen engagierten Bürgern in ehrenamtlicher Arbeit durchgeführt – und niemand hält die Hand auf.

Dadurch entstehen der Gemeinde keine Kosten, und nur deshalb ist der Haushaltsplan auch in diesem Jahr ausgeglichen und weist 680.000 Euro an liquiden Finanzmitteln aus. Gerade auch in diesem Jahr wichtig, wo die Zuweisungen aus der Samtgemeinde auf „Null“ gesetzt sind.

Im vergangenen Jahr erhielt die Gemeinde Gandesbergen noch 18.000 Euro aus der Kasse der Samtgemeinde. „Durch erhebliche Investitionen in den Bereichen Feuerwehren, Schulen, Brücken und im Freibad Hoya können jedoch in diesem Jahr keine Finanzzuweisungen gezahlt werden“, so Bürgermeister Karl-Heinz Stein.

Dass es den Gemeinden gut gehe, sei aber so nicht richtig, heißt es im Rat. Der Rat in der Gemeinde Gandesbergen ist sich darüber einig: Wir sind in Gandesbergen sehr sparsam und leisten uns nur Ausgaben, die wir mit unseren Mitteln auch bezahlen können, so der Tenor in der Ratssitzung am 29. Januar 2020 im Jugend- und Freizeitheim Gandesbergen.

Ist Arbeit angesagt, dann stehen Hermann Kumme und seine Rentnergruppe bereit. So wurden im letzten Jahr aus gespendetem Eichenholz für die Außenanlage am Jugend- und Freizeitheim (JuF) vier massive Sitzbänke und zwei Tische gebaut.

„Mit Unterstützung örtlicher Landwirte wurden die Eichen nach Austrocknung von einem mobilen Sägewerk geschnitten“, berichtet Corinna Bruns.

An jedem zweiten Mittwoch im Monat treffen sich fünf bis sieben Rentner am JuF. Dort wurde vor einigen Jahren ein Weg ausgekoffert und mit Sechsecksteinen und Rasengittersteinen gepflastert. „Wenn bei solchen Arbeiten weitere Männer gebraucht werden, hilft auch die Feuerwehr“, berichteten damals Hermann Kumme und Hermann Lehmeier gegenüber der HARKE.

„Wir sind froh, dass wir diese Männer mit grünen Daumen haben“, freut sich Bürgermeister Stein, „sie haben auch beim Abbau und der Sanierung des Ziegeleischuppens kräftigen Einsatz gezeigt“. Stein greift auch zu und zeigt ehrenamtlichen Einsatz über die Aufgaben als Bürgermeister hinaus.

So springt der Geschäftsführer des Heimatvereins jetzt auch als Ansprechpartner für den Belegungsplan im JuF ein. Corinna Bruns, in der dritten Periode im Rat Gandesbergen, hat sowohl das Baugebiet „Hopmanns Kamp“ im zweiten Bauabschnitt als auch Kanal und Straße fachlich begleitet. Keine Rechnung, alles ehrenamtlich für die Gemeinde.

Sieben Häuser sind im Baugebiet Hopmanns Kamp bereits gebaut, und ein neues Baugebiet Richtung Pillauer Straße wartet mit weiteren zehn Bauplätzen je mit 900 bis 1000 Quadratmeter auf die Absegnung durch den Rat in der nächsten Sitzung. Auch die Berechnung der Kosten für die Dachsanierung (140.000 Euro) im JuF, ist das ehrenamtliche Werk von Dipl.-Ing. BDB Bruns.

Es sind aber auch Eltern, die bereit sind, ehrenamtlich bei der Gestaltung des Spielplatzes Eichenweg zu helfen. Als Zuhörerinnen bei der Ratssitzung erklärten sich Anastazja Adrian und Denise Castens bereit, den Zaun am Spielplatz Eichenweg mit neuer Farbe zu versehen.

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Erstellt:
2. Februar 2020, 08:31 Uhr
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