Der Vorsitzende des Arbeitskreises „Gedenken“, Thomas Gatter (hinten, Mitte), während seiner Rede zum Antikriegstag. Foto: Stadt Nienburg

Der Vorsitzende des Arbeitskreises „Gedenken“, Thomas Gatter (hinten, Mitte), während seiner Rede zum Antikriegstag. Foto: Stadt Nienburg

Nienburg 04.09.2020 Von Die Harke

In Solidarität mit den Protesten in Belarus

Gedenkstunde am Erinnerungsort „Zwangsarbeitslager Anker“ zum „Antikriegstag“

Mit einer Gedenkstunde am Erinnerungsort „Zwangsarbeitslager Anker“ an der Lemker Straße machte der Arbeitskreis „Gedenken“ der Stadt Nienburg auf den 1. September 1939 aufmerksam. Vor 81 Jahren war die Wehrmacht in Polen einmarschiert. Damit hatte der Zweite Weltkrieg seinen Anfang genommen, der rund 60 Millionen Menschen das Leben kostete. Der Tag wird seit einigen Jahren als „Antikriegstag“ begangen.

Zahlreiche Nienburgerinnen und Nienburger hatten sich auf Einladung des Arbeitskreises mit Masken und Abstand an der Erinnerungstafel vor dem ehemaligen Lager des NS-Reichsarbeitsdienstes „Anker“ eingefunden. Die Tafel erinnert daran, dass dort ab 1941 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter interniert waren. Die Inhaftierten stammten vor allem aus den besetzten Gebieten in Polen, der Ukraine und Belarus, von wo sie zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren.

Wie der Vorsitzende des Arbeitskreises, Thomas Gatter, ausführte, könne man am Antikriegstag in diesem Jahr nicht einfach nur in die Vergangenheit schauen. Vielmehr blicke man voller Sorgen nach Belarus, wo sich die Bevölkerung mit Massenprotesten für die Demokratie einsetzt. Jetzt drohe die Situation zu eskalieren, nicht zuletzt durch die Gefahr eines Eingreifens seitens Russlands. Gatter wies darauf hin, dass Nienburg seit 1991 eine Städtepartnerschaft mit der belorussischen Stadt Witebsk unterhält.

Viele Jahre lang habe man freundschaftliche Beziehungen nicht nur zur Stadt, sondern auch zu den demokratischen Gruppen der Zivilgesellschaft gepflegt. Auch Kinder aus den Gebieten der Städte Witebsk und Gomel seien an die immer wieder an die Mittelweser eingeladen worden, um sich von den Strahlenbelastungen infolge des Tschernobyl-Reaktorunfalls zu erholen. „Aus all diesen Gründen kann uns das Schicksal der Menschen in Witebsk und Belarus nicht egal sein“, so Gatter. Der Arbeitskreis rufe dazu auf, Solidarität zu zeigen und die Kontakte über soziale Medien, Messengerdienste und E-Mail nicht abreißen zu lassen.

Abschließend legten der Arbeitskreis und weitere Teilnehmende Blumen in den weißroten Farben der belorussischen Fahne aus der Zeit vor Präsident Lukaschenkos Amtszeit am Erinnerungsort nieder.

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Erstellt:
4. September 2020, 08:05 Uhr
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