Nikias Schmidetzki DH

Nikias Schmidetzki DH

Landkreis 16.12.2017 Von Nikias Schmidetzki

In Spanien keine Rettungsgasse

Guten Tag

In Spanien gibt es keine Rettungsgassen. Die auf den Autobahnen sind gemeint. Das muss so sein. Anders ist mir nicht zu erklären, warum mich dieser aufgeregte Fahrer eines 40-Tonners von der Iberischen Halbinsel fast von der A2 gehupt hat. Aber von Anfang an: Ich war auf dem Weg nach Hannover und dabei mitten in den Berufsverkehr geraten. Das war schon blöd, aber nicht zu ändern. Aufgrund der allgemeinen Verkehrslage relativ gemächlich bewegte ich das Fahrzeug, an dessen Steuer ich saß, auf der mittleren Fahrspur. Und wie ich es vor vielen Jahren gelernt hatte, ließ ich auf der linken Seiten etwas Platz. Ebenso sollten es die Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur zu ihrer Rechten tun – was in einigen Fällen auch klappte.

Dann aber kam, brav auf der rechten Spur, besagter Bolide mit spanischem Kennzeichen aus dem Hinterhalt. Der Fahrer fühlte sich von der – zugegebenermaßen nicht ganz kleinen – Familienkutsche offenbar in seinem Platz beengt und verlieh dieser Besorgnis mittels langem Hupen Ausdruck. Schoss mit nur wenigen Stundenkilometern mehr als ich an mir vorbei, um unmittelbar danach in die Eisen zu gehen. Sein Vordermann war schlicht zu langsam für ihn.

Laut ADAC gibt es in Spanien übrigens tatsächlich keine gesetzliche Regelung zum Thema – wie auch in den meisten anderen europäischen Staaten. Allerdings müssen, so heißt es, Einsatzfahrzeuge die Möglichkeit bekommen, an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbeizufahren. Und vielleicht sah sich der Brummifahrer ja auch als eine Art Einsatzfahrzeugfahrer – und wir anderen behinderten ihn zu Unrecht an seiner freien Fahrt.

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Erstellt:
16. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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