Oben: Der siebenjährige Selim Ben Aissa aus Nienburg läuft als Erster der jüngsten teilnehmenden Jungen durch das Ziel. Links: Nick Sabelfeld half für das THW beim Zuschauerübergang. Rechts: Die Mädchen und Jungen warben für den Erhalt ihrer Schulform. „Die Realschule läuft – in allen Bereichen“, erzählte ihre Lehrerin Dörte Dammann.		Brosch

Oben: Der siebenjährige Selim Ben Aissa aus Nienburg läuft als Erster der jüngsten teilnehmenden Jungen durch das Ziel. Links: Nick Sabelfeld half für das THW beim Zuschauerübergang. Rechts: Die Mädchen und Jungen warben für den Erhalt ihrer Schulform. „Die Realschule läuft – in allen Bereichen“, erzählte ihre Lehrerin Dörte Dammann. Brosch

18.05.2014 Von Matthias Brosch

In neue Dimension vorgestoßen

Nienburger Spargellauf: Bei der 11. Auflage wird die 2000er-Starter-Marke geknackt

Von Matthias Brosch

Nienburg. Streckenmoderator Henrich Meyer zu Vilsendorf freute sich: „Den demografischen Wandel gibt es bei uns nicht. Jahr für Jahr starten bei uns mehr Kinder und Jugendliche.“ Die elfte Auflage des Nienburger Spargellaufes stieß gestern in eine neue Dimension vor: Nach 1842 Voranmeldungen sollten die fehlenden Teilnehmer zur 2000er-Marke durch die Nachzügler locker zusammengekommen sein. „Wir hatten im Vorfeld überlegt, einen Meldestopp auszurufen. Ich denke, wir haben jetzt unsere Grenze erreicht“, erzählte Carsten Kühlcke vom Organisationsteam während der größten Laufveranstaltung im Kreis Nienburg. Wegen der vielköpfigen Felder gab es im Vergleich zu den Vorjahren bei den Schülerläufen über 1000 Metern in der ersten Kurve vor dem Spargelbrunnen einige Stürze auf dem holprigen Pflaster, die aber meist glimpflich abliefen. Und im Fall der Fälle waren Rettungswagen und erstmals auch ein Notarzt vor Ort.

Nick Sabelfeld war ebenfalls einer der Helfer an der Strecke: Der 14-jährige Nienburger sicherte als Mitglied des Technischen Hilfswerkes einen Zuschauerübergang. Hinter der Absperrung nahm in diesem Jahr unfreiwillig Platz der zehnjährige Ilyas Karaüzüm aus Eystrup, der sich wenige Tage zuvor eine Muskelverletzung zugezogen hatte und seine dritte Teilnahme verschieben musste. Dafür erlebte er den Sieg der siebenjährigen Maria Penner mit, die ebenfalls zur Grund- und Hauptschule Eystrup geht und das erste Rennen des Tages in 4:33 Minuten gewann. Bei den Jungen der Geburtenjahrgänge 2007 und jünger lag Selim Ben Aissa von der Nienburger Friedrich-Ebert-Schule in 4:24 min vorn.

Die sommerlichen Temperaturen hatten den Kindern, Jugendlichen, Hobby-/Firmenläufern und Zuschauern gefallen, für die „Ambitionierten“ war es hingegen einen Tick zu warm. Das fand auch Sascha von der Hellen: Der 42-Jährige aus der Wedemark, der für Sparta Langenhagen gemeldet war, entschied sich kurzfristig zum Start und meldete am Veranstaltungstag nach: „Ich bin das erste Mal hier. Die 5000 Meter sind eine gute Vorbereitung.“ Im Juli will er bei den Bezirksmeisterschaften über 10 000 m eine vordere Platzierung erreichen.

Ein anderes Ziel mit ihrer Teilnahme verfolgten die Mädchen und Jungen von der Realschule Nienburg, die von der Schließung bedroht ist. Dörte Dammann wusste zwar nicht, ob sie sich als Lehrerin zu den Plänen der Stadt äußern dürfe, aber als Privatperson tat sie es: „Ich bin für ein vielfältiges Angebot in Nienburg. Meine Tochter besucht die IGS, und wir sind damit sehr zufrieden. Aber dieses offene System ist nicht für jedes Kind etwas. Die Realschule bietet ein bewährtes Konzept mit klaren Regeln und Strukturen – das möchte ich nicht missen.“ Sie wünsche sich ein Angebot in Nien­burg mit Gymnasium, Integrierter Gesamtschule, Realschule (alles vorhanden) und Oberschule. Diese Breite solle ungeachtet des demografischen Wandels erhalten bleiben.

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18. Mai 2014, 00:00 Uhr
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