ie Syrerin Cane berichtet aus ihrem Alltag in Leese. DH

ie Syrerin Cane berichtet aus ihrem Alltag in Leese. DH

Nienburg 14.07.2019 Von Die Harke

In zehn Jahren viel Gutes erreicht

CJD-Projekt „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Die Syrerin Cane berichtet aus ihrem Alltag in Leese

Mein Name ist Cane, und ich bin 39 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und einem Kind in Leese. Wir leben seit zehn Jahren in Leese und fühlen uns sehr wohl hier. Aus der Heimat kommen wir aus Syrien. Damals sind wir als Flüchtlinge hier hin gereist und haben versucht, uns schnell einzuleben. Dieses ist uns sehr gut gelungen. Mein Mann ist heute selbstständig und führt ein Bauunternehmen mit etwa 30 Arbeitern in Nienburg. Mein Kind ist gerade zwei Jahre alt. Das heißt, dass ich noch in der Erziehungsphase bin. Mein Beruf ist Erzieherin. Damals sind wir nach Deutschland gekommen, weil unsere Familien bereits hier waren. Wir haben aber in Syrien geheiratet. Damals war ich 24 Jahre alt. Wir haben mit Liebe geheiratet. Eigentlich kennen das nicht viele von uns, weil immer, wenn man sagt ,ich habe geheiratet, fragt man gleich „war das Zwangsheirat?“ Nein, bei uns war das Liebe. Ich kannte ihn vorher fünf Jahre. Wir haben uns durch Freunde kennengelernt. Das erste Mal auf einer Hochzeit in Syrien.

Meine Eltern leben in Nienburg. Wenn ich mein Kind dann in den nächsten Jahren in den Kindergarten bringe, werde ich natürlich wieder anfangen zu arbeiten. Um ehrlich zu sein vermisse ich die Arbeit. Aber im Gegenzug bin ich auch froh, mein Kind zu haben. Die Zeit geht auch so schnell vorbei. Wir haben die Jahre vor der Geburt meines Kindes jahrelang leider keine Kinder bekommen. Sonst hätten wir, glaube ich, mehr Kinder. Aber naja ich würde sagen „Schicksal“. Unser Kind heißt übrigens Lina.

Sie ist ziemlich frech und lässt uns fast nie schlafen. Nicht ungewöhnlich bei kleinen Kindern. Meine Mutter kommt oft zu mir und unterstützt mich. Finde ich sehr gut, weil man bei dem ersten Kind ja nichts falsch machen möchte. Meine Mama hat übrigens elf Kinder erzogen. Hört sich jetzt sehr viel an, aber in der Heimat war das den Familien egal. Meine Mama sagt immer, dass die Kinder dort ganz anders erzogen worden sind als hier. Man hat die Jahre gar nicht mit bekommen, weil die Kinder sich ab einem bestimmten Lebensjahr selbst beschäftigt haben.

Heute ist es so, dass man sich für das Kind Beschäftigungen suchen muss. Sie hat nicht ganz unrecht, aber ich bin trotzdem sehr vorsichtig mit meiner Kleinen und werde ihr hoffentlich ein schönes Leben geben können.

Mein Mann hat es momentan sehr gut. Er geht und kommt, wenn sie schläft. Dafür arbeitet er allerdings sehr hart. Er ermöglicht uns aber ein schönes Leben. In der Heimat hat er den Beruf Maurer gelernt und hat sich dadurch hier sehr schnell selbstständig machen können. Meine Ausbildung habe ich allerdings hier in Deutschland gemacht. Ich finde das wir in den zehn Jahren sehr viel Gutes erreicht haben und auch von einer gelungen Integration reden können.

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Erstellt:
14. Juli 2019, 07:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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