An Niedersachsens Schulen wird spätestens ab dem Schuljahr 2023/24 Informatik als Pflichtfach unterrichtet. Symbolfoto: sp4764 / Fotolia

An Niedersachsens Schulen wird spätestens ab dem Schuljahr 2023/24 Informatik als Pflichtfach unterrichtet. Symbolfoto: sp4764 / Fotolia

Landkreis 04.02.2020 Von Die Harke

Informatik wird Pflichtfach

Kultusminister Tonne führt Fach in Niedersachsen zum Schuljahr 2023/24 ein

Niedersachsens Schüler bekommen ein neues Pflichtfach: Ab dem Schuljahr 2023/24 wird Informatik im Sekundarbereich I der allgemein bildenden Schulen landesweit unterrichtet. Das hat der aus Leese kommende niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Dienstag mitgeteilt.

Das Fach wird im Schuljahr 2023/24 im zehnten Jahrgang im Umfang von einer Jahreswochenstunde eingeführt und im darauf folgenden Schuljahr 2024/2025 im gleichen Umfang im 9. Schuljahrgang – und zwar als Erweiterung zur bisher geltenden Stundentafel. „Wir müssen zeitnah anfangen, das Fach Informatik nach vorne zu bringen, denn Informatik wird eine Kernkompetenz der Zukunft“, betont der Kultusminister.

Eine schrittweise Einführung sei notwendig, weil derzeit nicht ausreichend Informatik-Lehrkräfte vorhanden seien, um auf einen Schlag umzustellen. „Daher geht es in den ersten Schritten erst einmal um die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften“, sagt Tonne. Derzeit unterrichteten rund 500 ausgebildete Informatiklehrkräfte an öffentlichen, allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen.

Für die Einführung des Faches Informatik als Pflichtfach soll es vorbereitend zweijährige berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung von Lehrkräften mit dem Ziel einer Unterrichtsbefähigung für den Sekundarbereich I geben. Diese Weiterbildungsmaßnahmen seien modularisiert und umfassten unter anderem acht drei- bis viertägige Präsenzveranstaltungen und auch einige Webinare.

Es besteht kein Zweifel, dass wir trotz aller bereits ergriffenen Maßnahmen unsere Schüler noch besser auf den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien vorbereiten müssen.

Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Kultusminister

Die Maßnahmen zur Qualifizierung von Lehrer bezögen sich auf das bereits existierende, schulformübergreifende Kerncurriculum für das Fach Informatik. Die Inhalte ließen sich durch die vier Lernfelder „Daten und ihre Spuren“, „Computerkompetenz“, „Algorithmisches Problemlösen“ und „Automatisierte Prozesse“ umschreiben. Der erste Weiterbildungskurs mit 25 Teilnehmern sei bereits im September 2019 in der Region Hannover gestartet, eine zweiter starte dieses Jahr in Osnabrück.

An einigen niedersächsischen Schulen komme eine vorgezogene Einführung von Informatik als Pflichtfach bereits im Schuljahr 2022/2023 in Frage. Dies gelte für Schulen mit ausreichender Kapazität an Informatiklehrern. Darüber hinaus bestehe für ausgewählte Schulen, die bereits jetzt Informatikunterricht auf Grundlage des Kerncurriculums für den Sekundarbereich I implementiert haben, und für Schulen, die Informatikunterricht derzeit in Form von Robotik-Arbeitsgemeinschaften anbieten, die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Konzepte bei der Einführung des Faches einzubringen.

„Es besteht kein Zweifel, dass wir trotz aller bereits ergriffenen Maßnahmen unsere Schüler noch besser auf den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien vorbereiten müssen“, sagt Tonne. Das Fach Informatik als Pflichtfach sei dazu ein wichtiger Baustein.

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Erstellt:
4. Februar 2020, 16:26 Uhr
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