Der Posthof mit der Stadtbibliothek in Nienburg muss dringend saniert werden. Foto: Hildebrandt

Der Posthof mit der Stadtbibliothek in Nienburg muss dringend saniert werden. Foto: Hildebrandt

Nienburg 29.07.2021 Von Die Harke

Initiativkreis sammelt Unterschriften: Bürger sollen über Posthof entscheiden

Initiatoren benötigen bis zum 26. Oktober 2600 Unterschriften von Nienburgern

Der Posthof in Nienburg ist sanierungsbedürftig. Aber wie soll es mit dem Gebäude weitergehen? Jetzt gibt es eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren. Dessen Ziel: Die Nienburger sollen über die Stadtbibliothek entscheiden.

Die Unterschriftensammlung des Initiativkreises Posthof zum Bürgerbegehren ist angelaufen. „Die vielen Rückmeldungen und Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern machen deutlich, dass das Interesse an diesem Thema äußerst groß ist. Es zeigt sich aber auch, dass es noch Missverständnisse auszuräumen gilt“, teilen die Initiatoren des „Initiativkreises Wissensburg“ mit. Ziel sei es, die erforderlichen etwa 2600 Unterschriften möglichst weit vor dem Stichtag am 26. Oktober beisammen zu haben.

Initiatoren: Pflichtaufgabe der Stadt, Haus als Kulturdenkmal zu erhalten

Die Initiatoren haben festgestellt, dass immer wieder die Frage gestellt werde, warum es noch eines aufwendigen Bürgerbegehrens bedürfe, nachdem die „Politik die Wissensburg doch abgelehnt und einhellig versichert“ habe, den Posthof unbedingt erhalten zu wollen. Nach Angaben des Initiativkreises gebe es „nicht zu unterschätzende Kräfte, die das Thema Wissensburg noch längst nicht abgeschrieben haben und es nach der Kommunal-/Bürgermeisterwahl bei dann veränderten politischen Kräfteverhältnissen und neuen personellen Konstellationen wiederbeleben wollen“.

Zurzeit gäbe es laut Initiativkreis eine politische Mehrheit für den Plan, die Bibliothek in die Lange Straße 31-33 zu verlegen, ohne ein Nachnutzungskonzept für den Posthof vorweisen zu können. „Die hieraus resultierenden Kosten dürften den schon defizitären städtischen Haushalt ohne Not zusätzlich erheblich belasten“, so der Initiativkreis.

Gleichzeitig bleibe es eine Pflichtaufgabe der Stadt, den Posthof als Kulturdenkmal zu erhalten; solange es ein Nachnutzungskonzept als Voraussetzung für die Gewährung von Fördermitteln jedoch nicht gäbe, seien die Sanierungskosten in Millionenhöhe allein durch die Stadt Nienburg zu tragen. Der Willenserklärung, den Posthof erhalten zu wollen, fehlten damit die entscheidenden Grundlagen: „Ein politischer Entschluss für die Nachnutzung des Gebäudes sowie die Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln.“

Initiativkreis will erreichen, dass die Bürger entscheiden

Bedenken würden nach Initiativkreis-Angaben auch immer wieder mit Blick auf Raumnot, Lichtverhältnisse sowie fehlende Barrierefreiheit im Posthof geäußert. Das mache deutlich, dass der Vorschlag des Initiativkreises für einen bedarfsgerechten, lichtdurchfluteten und barrierefreien gläsernen Anbau zur Behebung dieser Mängel offensichtlich noch nicht überall durchgedrungen sei.

Auch werde das Ziel des Bürgerbegehrens immer wieder verkannt. Mit der Unterschrift auf dem Flyer werde nicht etwa Position bezogen für oder gegen den Verbleib der Bibliothek im Posthof, sondern lediglich begehrt, dass die Nienburger Steuerzahler selbst mitentscheiden.

Initiatoren suchen noch Bürger, die den Flyer verteilen wollen

Namens und Anschrift sollten die Unterzeichnenden möglichst in Druckschrift schreiben, damit eine Lesbarkeit gegeben und die Unterschriften auch anerkannt werden, bittet der Initiativkreis. Zudem suchen die Initiatoren noch Bürger, die den entsprechenden Flyer, insbesondere in Langendamm, im Leintor und in Holtorf (ostwärts der Verdener Landstraße), verteilen. Interessierte melden sich per E-Mail an ja-zum-posthof@t-online.de oder unter Telefon (0 50 21) 91 03 48.

Weitere Informationen gibt es online unter: www.ja-zum-posthof.de


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