Das Bundesamt für Statistik hat aktuell die endgültigen Zahlen der Insolvenzverfahren für das Jahr 2020 mitgeteilt. Foto: h_lunke - stock.adobe.com

Das Bundesamt für Statistik hat aktuell die endgültigen Zahlen der Insolvenzverfahren für das Jahr 2020 mitgeteilt. Foto: h_lunke - stock.adobe.com

Landkreis 07.06.2021 Von Die Harke

Insolvenzen nehmen drastisch zu

Schuldnerberater Lippel: Besonders viele Verbraucher sind insolvent

Das Bundesamt für Statistik hat aktuell die endgültigen Zahlen der Insolvenzverfahren für das Jahr 2020 mitgeteilt. „Bei allen Verfahrensformen gab es einen teilweise erheblichen Rückgang, im laufenden Jahr sieht das aber ganz anders aus.“, teilt Wolfgang Lippel, Schuldnerberater des Paritätischen Nienburg, mit.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzverfahren für Privatpersonen habe gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Es wurden 41.753 Verfahren eröffnet, was einer Abnahme von genau einem Drittel ge-genüber dem Vorjahr entspräche. Dies sei im zehnten Jahr in Folge ein Rückgang der Verfahrenszahlen. Ein derart niedriger Stand sei seit 2003 nicht mehr erreicht worden. Auch die Nachlassinsolvenzen sowie die Verfahren ehemaliger Selbstständiger seien auf 17.450 Verfahren und damit um über 23 Prozent zurückgegangen.

Bei den Unternehmensinsolvenzen sei mit 15.841 Verfahren der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 erreicht. Dies zeige, dass im vergangenen Jahr die wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die Coronakrise durchaus gegriffen hätten. Insgesamt sei die Zahl der Eröffnungen aller Verfahrensarten im Vorjahr auf 75.044 und damit um fast 28 Prozent zurück.

In 2021 stelle sich das allerdings völlig anders dar. Während in den ersten Monaten 2021 die Insolvenzzahlen bei den Unternehmen um etwa zehn Prozent stiegen, sei es bei den Verbraucherinsolvenzen eine Steigerung von mehr als 50 Prozent.

Im gesamten Jahr 2021 werde nach Angaben von Wolfgang Lippel eine massive Steigerung erwartet. Hier schlage die erhöhte Nachfrage von überschuldeten Verbrauchenden wegen der Kürzung der Verfahrensdauer von sechs auf drei Jahre durch, auch die pandemiebedingte Überschuldung scheine sich erst in diesem Jahr voll auszuwirken.

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Erstellt:
7. Juni 2021, 16:36 Uhr
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