Die alten Gebäude sind abgerissen. Hier entsteht Stolzenaus neues Zentrum mit Supermarkt und Sparkasse.Foto: Büsching

Die alten Gebäude sind abgerissen. Hier entsteht Stolzenaus neues Zentrum mit Supermarkt und Sparkasse.Foto: Büsching

Stolzenau 03.06.2020 Von Annika Büsching

Investor hält am Zeitplan fest

Rewe-Neubau in Stolzenau: Gerichtsverfahren wurde eingestellt / Landkreis entscheidet über Widerspruch

Das ist ein ungewohnter Anblick: Mitten in Stolzenau gibt es plötzlich eine riesige Freifläche. Dort, wo einst Sparkasse, alte Post und einige andere Gebäude gestanden hatten, liegt nur noch ein Haufen Bauschutt. Wie berichtet, entsteht ein neuer Ortsmittelpunkt mit Supermarkt, neuer Sparkasse und weiteren Geschäften oder Dienstleistern. Der Investor verfolgt seinen Plan – die Supermarkteröffnung zum Weihnachtsgeschäft – zielstrebig. Die Klage eines Nachbarn gegen das Projekt (DIE HARKE berichtete) hatte keinen Erfolg, über einen Widerspruch ist noch nicht entschieden.

Gegenüber dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hatte ein Stolzenauer beantragt, den vom Rat mit deutlicher Mehrheit beschlossenen Bebauungsplan Nr. 21 „Hinter dem Zwinger“, 2. Änderung, außer Vollzug zu setzen. Der B-Plan, der das Vorhaben der Niendorf-Gruppe (Bremen) und der Rewe-Gruppe überhaupt erst ermöglicht, sei rechtswidrig, argumentierte der Mann. Im Februar hätten dann beide Seiten das Verfahren für erledigt erklärt, teilte die Pressesprecherin des OVG Lüneburg, Dr. Gunhild Becker, auf Nachfrage mit. Das bestätigte Gemeindedirektor Jens Beckmeyer. In der Folge sei das Verfahren mit Beschluss vom 12. Februar eingestellt worden. Zu einer Verhandlung sei es nicht gekommen. „Weitere Klagen oder Anträge in dieser Sache gegen die Gemeinde Stolzenau liegen nicht vor“, betonte Beckmeyer.

Gegen den vom Landkreis an den Investor ergangenen Bauvorbescheid hatte der Stolzenauer darüber hinaus Widerspruch eingelegt. Das bestätigte Landkreis-Pressesprecher Cord Steinbrecher. Über den Widerspruch werde die Kreisbehörde entscheiden.

Der Abbruch der Gebäude, gegen den sich unter anderem die Initiative „Gemeinsam für Stolzenau – die Fassadenretter“ erfolglos gestemmt hatte, sei „soweit problemlos“ verlaufen, teilte Investor Markus Niendorf mit. Er bezog auch Stellung zu den nächsten Schritten: „Mit der Erteilung der Baugenehmigung rechnen wir kurzfristig, daran schließt sich dann die Vergabe an den Generalunternehmer an. Nach Vertragsschluss erstellt dieser einen Bauzeitenplan, das grundsätzliche Ziel der Eröffnung vor Weihnachten bleibt – auch in der aktuellen Situation – bestehen.“ Die Heimatzeitung bat auch die Rewe-Gruppe als künftigen Pächter des größten Gebäudes um eine Einschätzung. Ohne Erfolg. Man wolle sich „derzeit aus grundsätzlichen Erwägungen nicht äußern“, hieß es aus der Pressestelle.

Mit dem Rewe bekäme die Gemeinde Stolzenau einen zweiten Vollsortimenter. Auf dem ehemaligen Kasernengelände am Ortsrand befindet sich bereits der Edeka-Markt von Ingo Kirchhoff. Der selbstständige Kaufmann hatte erst vor Kurzem seine Erweiterungspläne hin zu einem E-Center verkündet (DIE HARKE berichtete).

In Stolzenau kursiert derweil das Gerücht, auf der Freifläche im Ortskern wären Knochen gefunden und deshalb ein Baustopp verhängt worden. Das entspricht wohl nicht der Wahrheit; Beckmeyer und Steinbrecher wissen nach eigener Aussage von nichts.

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Erstellt:
3. Juni 2020, 18:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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