Das Jadebeil ist fast 26 Zentimeter lang. Mindener Museum

Das Jadebeil ist fast 26 Zentimeter lang. Mindener Museum

Minden 27.03.2018 Von Die Harke

Jadebeil aus der Steinzeit steht im Fokus

Neues Objekt im Fach „Aktuelles!“ im Mindener Museum

Im Schaufenster zur Stadtgeschichte präsentiert das Mindener Museum Dinge aus verschiedenen Epochen der Mindener Historie. Ein Fach mit wechselnden Objekt widmet sich besonderen Themen und aktuellen Fragestellungen. Aktuell wird hier das Mindener Jadeitbeil präsentiert. Es war von September 2016 bis Oktober 2017 als Teil der archäologischen Landesausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ in Bonn, Herne und Detmold zu sehen. Insgesamt rund 1.000 Objekte aus Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen aus ganz Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa, kamen zu diesem außergewöhnlichen Ausstellungsprojekt zusammen. Thematisiert wurde der umwälzende Umbruch vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. Erstmals wurden die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels, der sich in der Zeit von Ötzi und Stonehenge vollzog, den Fragen und gesellschaftlichen Herausforderungen heutiger Zeit gegenüber gestellt – von Überbevölkerung und Überschussproduktion bis hin zu Ernährung und Klimawandel.

Entdeckt für die Ausstellung wurde das Beil 2015 von dem früheren Leiter der Bielefelder Archäologie-Außenstelle des Landschafts-verbandes Westfalen-Lippe, Dr. Daniel Bérenger. Er ließ das auffällig grüne Gestein mithilfe einer Farbskala zerstörungsfrei von Mitarbeitern des internationalen Jade-Forschungsprogramms untersuchen. Die Wissenschaftler konnten bestätigen, dass es sich um das noch heute wertvolle Material Jadeit vom Monte Viso bei Turin handelt.

Der Transport des Gesteins bis nach Minden verdeutlicht, wie mobil die Menschen der Jungsteinzeit tatsächlich waren und dass sie schon vor 12000 Jahren über weite Strecken Handel betrieben.

Das Beil aus Minden ist mit seinen 25,8 Zentimetern sehr groß und war damit weniger ein profanes Werkzeug als ein Gegenstand mit einer religiösen oder sozialen Funktion. Gefunden wurde das Beil im Jahr 1931 im Ackerland bei Uphausen an der Nordseite des Wiehengebirges.

Geöffnet dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen. Infos: www.mindenermuseum.de oder Telefon (0571) 9724020.

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Erstellt:
27. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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