Tatjana Weimer (hintere Reihe, links), Tanja Walter (hintere Reihe, 3. von links) und Christina Lau (hintere Reihe, 5. von links) vom Landkreis Nienburg mit den Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern. Landkreis Nienburg

Tatjana Weimer (hintere Reihe, links), Tanja Walter (hintere Reihe, 3. von links) und Christina Lau (hintere Reihe, 5. von links) vom Landkreis Nienburg mit den Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern. Landkreis Nienburg

Nienburg 30.11.2018 Von Die Harke

Jahresfachtag für Sprachmittler: Hilfe zur Verständigung

Jahresfachtag für die Sprachmittlerinnen und Sprachmittler des Landkreises Nienburg

Kürzlich hat der Landkreis Nienburg einen Jahresfachtag für die ehrenamtlichen Sprachmittlerinnen und Sprachmittler organisiert. Christina Lau vom Fachdienst Allgemeiner Sozialer Dienst hatte zu einem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde eingeladen.

Die Referentin stellte den Allgemeinen Sozialen Dienst als Teil des Fachbereichs Jugend sowie die verschiedenen Arbeitsbereiche vor. Inhaltlich ging es dabei vorrangig um die Zusammenarbeit zwischen Sprachmittlerinnen und -mittlern und dem Allgemeinen Sozialen Dienst. Diese Veranstaltung diente aber auch als Vernetzung und Austausch. Gleichzeitig sprachen die Veranstalter ein riesiges Dankeschön an die aktiven, engagierten Sprachmittlerinnen und -mittler aus.

Durch den zuverlässigen Einsatz der freiwillig Engagierten, deren eigene Integration positiv verlaufen ist, wird nicht nur die sprachliche Verständigung zwischen den anfordernden Einrichtungen und ihren Kundeninnen und Kunden beziehungsweise Ratsuchenden wesentlich verbessert, sondern die Beratungsqualität gesteigert und Konflikte aufgrund vermeidbarer Missverständnisse reduziert. So kann es besser gelingen, die Bedürfnisse der Hilfe- oder Ratsuchenden stärker zu berücksichtigen und zur weiteren Integration beizutragen.

Hervorzuheben ist, dass dieser Jahresfachtag von allen Teilnehmenden als gelungene und harmonische Veranstaltung der verschiedensten Kulturen und Religionen wahrgenommen wurde und ein wichtiges Zeichen für gelungene Integrationsarbeit ist.

Carmen Prummer, Leiterin des Fachdienstes Migration und Teilhabe, begrüßte die 40 Anwesenden.

„So viele unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Religionen, die aber gemeinsam am Thema ‚Integration‘ ehrenamtlich arbeiten, das ist schon sehr bemerkenswert und nahezu einmalig in Niedersachsen. Die Sprachmittlerinnen und -mittler dienen natürlich auch als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, insbesondere bei Neuzugewanderten, und zeigen vorbildlich ihren persönlichen Integrationsweg in unsere Gesellschaft“, unterstrich Carmen Prummer.

Das Sprachmittler-Angebot richtet sich an Bildungseinrichtungen, kreiseigene Fachbereiche und Fachdienste, Kommunalverwaltungen, Institutionen, Beratungsstellen, Gesundheitsdienste, Frauenhäuser und diverse weitere Einrichtungen.

In diesem Projekt werden durch den Fachdienst Migration und Teilhabe Sprachmittlerinnen und -mittler akquiriert, überprüft, geschult und begleitet. Diese Personen sind keine ausgebildeten Dolmetscherinnen und Dolmetscher, sondern in ihrer Tätigkeit ehrenamtlich aktiv, und werden nach ihren persönlichen und beruflichen Zeitkapazitäten eingesetzt. Das Hauptziel des Projektes ist, flächendeckend und kurzfristig im Landkreis Nienburg eine Verständigungshilfe anzubieten.

Zurzeit stehen rund 80 Sprachmittlerinnen und -mittler im Landkreis Nienburg zur Verfügung. Insgesamt kam es im Jahr 2018 bereits zu 950 Einsätzen, die meisten davon im Fachdienst Allgemeiner Sozialer Dienst, aber auch im Jobcenter und bei der Polizei Nienburg/Stolzenau.

Aufgrund der hohen Nachfrage werden daher unter anderem dringend Muttersprachler für die Sprachen Farsi, Dari, Arabisch, Russisch und Rumänisch gesucht. Wer sich für diese ehrenamtliche Tätigkeit interessiert oder jemanden kennt, der zweisprachig ist und Interesse an Sprachmittlung hat, meldet sich bitte bei dem Fachdienst Migration und Teilhabe des Landkreises Nienburg bei Tatjana Weimer unter Telefon (0 50 21) 967155 oder per E-Mail unter sprachmittler@kreis-ni.de. Dort können auch Sprachmittlerinnen und -mittler angefragt werden.

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Erstellt:
30. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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