29.09.2013

„Jede Tieraussetzung zur Anzeige bringen“

Carlheinz Romann berichtet aus dem Alltag im Tierheim Drakenburg

Drakenburg. In letzter Zeit häufen sich im Landkreis Nienburg die Fälle von Tieraussetzungen. Viele werden glücklicherweise gefunden und in die Obhut des Tierheims Drakenburg gebracht.Vom Hund über Katze bis zur Kornnatter sind viele Tiere vertreten, so Carlheinz Romann, Mitarbeiter im Tierheim in der „Drakenburger Heide“. Er schreibt weiter: Der vermeintlich geliebte Fiffi wird an einen Baum gebunden, mit dem Hinweis, dass man ihm doch ein neues, schönes Zuhause suchen möge. Katzen wird eine Notunterkunft aus einem Karton im Wald geboten mit ein paar Haufen Trockenfutter. Die Schlange wird gleich in die Mülltonne geworfen.“

Die Tierschützer aus Drakenburg fragen nicht zum ersten erste Mal nach dem „Warum“. „Man ist einfach nur entsetzt. Entsetzt über soviel Unmenschlichkeit und Gefühlskälte, die unseren Mitgeschöpfen entgegengebracht wird“, so Romann.

Warum wird ein hilfloses Geschöpf einfach seinem Schicksal überlassen? Warum wird der Tod eines schutzbedürftigen Lebewesens einfach in Kauf genommen? Hat man sich vor der Anschaffung des Tieres keine Gedanken gemacht oder sind einem die Kosten nicht bewusst gewesen?, fragen sich die Tierschützer immer wieder.

Natürlich steht hinter jedem Aussetzungsfall auch ein menschliches Schicksal. Dem Tierheim sind viele, traurige Lebensgeschichten bekannt. „Das ist aber keine Rechtfertigung für das Aussetzen eines Tieres“, so Romann.

Berichten können die Tierheimmitarbeiter aus Drakenburg von drei ganz aktuellen Fällen:

Der kleine Charlie ist ein lieber kleiner Terrier-Rüde. Er wurde an der Rolle in Nienburg an einen Baum angebunden. Was wäre passiert, wenn ihn aufmerksame Spaziergänger nicht entdeckt hätten? Wäre er verdurstet und verhungert? Welche Ablehnung muss der ehemalige Besitzer diesem kleinen Kerl gegenüber empfunden haben, um ihm dieses anzutun? Nun wartet der gutmütige Rüde im Tierheim Drakenburg auf ein neues Zuhause.

Zwei junge Kater wurden in der Nähe von Bohnhorst in einem Waldstück ausgesetzt. Die sehr zutraulichen Tiere hat man einfach ihrem Schicksal überlassen. Auf Grund ihrer Zahmheit sind sie sehr offensichtlich an die Nähe des Menschen gewöhnt. Leider wurden sie einfach wie Kompost im Wald „entsorgt“. „Was ging in den ehemaligen Besitzern vor?“, schreibt Rumann

Eine Kornnatter wurde einfach in den Müllcontainer geworfen. Ja, auch das scheinen ehemalige Tierbesitzer für eine geeignete Methode zu halten, ihr Hasutier zu entsorgen.

„Gut, dass es Tierheime gibt, die sich dieser Tiere annehmen, sie aufbauen und nach einem neuen Zuhause suchen, bzw. ihnen ein Zuhause auf Lebenszeit im Tierheim bieten“, betont Romann.

So kam 2009 ein Rauhaardackel namens Raudi ins Tierheim Drakenburg. Der kleine Kerl wurde einfach an einem Supermarkt angebunden und zurückgelassen. Auf Grund des Alters und seiner Krankheit war er unvermittelbar. Im Tierheim erhielt er bis zu seinem Tod vor etwa vier Wochen seinen wohlverdienten Alterssitz.

Ein Tierhalteverbot ist die einzige Maßnahme, um weiteres Leid zu verhindern. Deswegen bitten die Mitarbeiter im Tierheim Drakenburg inständig, jede Tieraussetzung zur Anzeige zu bringen. DH

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Erstellt:
29. September 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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