Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Nienburg 30.09.2017 Von Stefan Schwiersch

Jedem sein Malheur

Guten Tag

Der Duden liefert für den Begriff „Ungeschicklichkeit“ ein ganzes Bündel an Synonymen. Tollpatschigkeit, Tölpelhaftigkeit, Fehlgriff, Missgeschick, Missgriff, Panne, Unglück, Versehen, Fauxpas, Ausrutscher, dicker Hund, Hammer, Klops, Malheur, Patzer, Schnitzer, Lapsus. Ganz gleich, welchen Begriff Sie jetzt auf meine Kinder übertragen: Sie liegen nicht ganz falsch. Denn K1 und K2 haben zurzeit die Schusseligkeit für sich gepachtet. Sie stoßen mit den Köppen zusammen, prellen sich den großen Onkel am Sofa-Bein, streifen den Brennnessel-Busch, stolpern über Hindernisse, die man erstmal finden muss; wir erwarten minütlich den abgebrochenen Finger in der Nase. Unterdessen befindet sich K3 im Vorstadium des Laufen lernens; Eltern wissen, welche Brisanz diese Phase birgt.

Nun ist Ungeschicklichkeit nicht das Privileg von kleinen Kindern. Selbst von Fußballprofis hat man schon gehört, dass sie sich beim Aussteigen aus dem Bus die Bänder im Knöchel reißen, wieder andere werden sogar gefeuert, weil sich das frische Tattoo mitten in der Saison entzündet hat. Ungeschicktheit findet sich selbstredend auch beim Verein vor der Tür, und ich spreche da nicht allein von meinen Altliga-Kollegen, bei denen stets die selben regelmäßig nach dem Training feststellen, ihre Schuhspanner nicht entfernt zu haben.

An ein besonderes „Missgeschick“, das bestimmt schon 20 Jahre zurückliegt, erinnern wir uns im Mannschaftskreise immer wieder gern. Da gab es diesen durchaus talentierten Verteidiger, der sich an einem ganz normalen Dienstag vom Training abmeldete, obgleich er kerngesund war. Er könne nicht kommen, erklärte er dem Trainer, weil er um Viertel nach acht den Videorekorder seines abwesenden Vaters starten müsse – der Papa kenne sich mit der Timer-Programmierung nicht aus … Ich denke, der Begriff „Ungeschicklichkeit“ ist auch hier treffend, zumal er im nächsten Spiel, glaube ich, auf der Bank saß.

Ich selbst erinnere mich an einen Handstand in meinem Kinderzimmer, bei dessen Abgang der kleine Zeh an einem Möbelstück hängenblieb. Im Geiste archiviert habe ich den Moment indes nicht als Dusseligkeit. Es war eindeutig ein Foulspiel der Bettkante.

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Erstellt:
30. September 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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