Experten in Sachen Tourismus: Martin Fahrland & Co. Hagebölling

Experten in Sachen Tourismus: Martin Fahrland & Co. Hagebölling

Nienburg 13.08.2016 Von Edda Hagebölling

Jeder 5. Weserrad-Radler fährt E-Bike

Immer mehr Übernachtungen, immer mehr Reisemobilisten / Tourismusförderer haben gut zu tun

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Der „gemeine“ Weser-Radweg-Radler kommt in der Regel am Nachmittag in Nienburg an, erkundigt sich im Büro der Mittelweser-Touristik nach Übernachtungsmöglichkeiten, fragt, was Nienburg zu bieten hat, bezieht Quartier, bummelt durch die Stadt, geht Essen, stattet eventuell dem Wesavi einen Besuch ab und bricht am nächsten Tag nach dem Frühstück wieder auf. Um Hilfe gebeten werden Tourismus-Förderer Martin Fahrland und seine Kolleginnen und Kollegen außerdem von Wohnmobilisten, Campern und von Touristen, die nur für einen Tag in Nienburg sind. „Die Stadt ist gut gebucht. Trotz des Wetters“, so Fahrland beim Treffen mit der Harke am Sonntag.

Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismus-Büro auch in dieser Saison gut zu tun haben, kommt nicht von ungefähr. Der Weser-Radweg steht in der Gunst der Radler ganz oben. Getoppt wird er lediglich vom Elbe-Radweg. 96 Prozent aller Nutzer bewerten den Weser-Radweg mit gut bis sehr gut, 95 Prozent empfehlen ihn weiter. Die Weser-Radweg-App wurde bereits mehr als 10 000mal heruntergeladen, das kostenlose Serviceheft mit Karten, Unterkünften und Hinweisen auf die Gastronomie wird ständig aktualisiert und kommt jedes Jahr aufs Neue in einer Auflage von 50 000 Exemplaren auf den Markt.

Dass davon auch die Mittelweser-Region profitiert, liegt auf der Hand. „Von Januar bis Mai wurden 5,8 Prozent mehr Übernachtungen und 5,6 mehr Gästeankünfte mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 2,2 Tagen registriert“, so Fahrland. An der Zählstelle Haaken Werder sind in diesem Jahr bisher rund 31 000 Radler, an der Zählstelle am Nienburger Hafen sogar 60 000 Radfahrer registriert worden. Gezählt wird ab 10 Uhr.

Um zu erreichen, dass die Radler den Weser-Radweg auch zwischen Stolzenau und Hoya in guter Erinnerung behalten, hatte der Landkreis Nienburg, wie berichtet, eine Qualitätsoffensive gestartet und dabei die Kommunen mit ins Boot geholt. Die erforderlichen Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen.

„Fertig ist der Weser-Radweg natürlich nie, aber sobald auch die letzten vom ADFC-Bundesverband festgestellten Mängel beseitigt sind, sind wir unserem großen Ziel, der Zertifizierung des Weser-Radwegs, ein großes Stück näher gekommen“, so Fahrland weiter.

„Dass immer mehr Radler per E-Bike unterwegs sind – laut aktueller Statistik mittlerweile jeder Fünfte – dürfte nach Einschätzung des Tourismus-Förderers keine Probleme bereiten.

Gut gebucht sind nach Auskunft von Martin Fahrland auch die Reisemobilplätze. 5200 wurden bereits in diesem Jahr gezählt. Der bisherige Rekord lag bei 5164. „Ein Reisemobil ist im Durchschnitt mit 2,3 Personen besetzt, von denen im Schnitt jede 49 Euro pro Tag ausgibt“, führt der Tourismus-Experte weiter vor Augen.

Richtig ist man im Büro der Mittelweser-Touristik aber auch, wenn es darum geht, Stadt- oder Nachtwächterführungen oder eine Schifffahrt auf der Weser zu unternehmen. Oder eines der Nienburger Museen zu besuchen.

Aktuell wird daran gearbeitet, den Roswithaweg – einen 184 Kilometer langen Fernwanderweg von Nienburg nach Bad Gandersheim – zu vermarkten.

Und natürlich haben die Tourismus-Förderer die Hoffnung noch nicht begraben, dass Nienburg eines Tages doch noch ein Vier-Sterne-Hotel bekommt, dass es gelingt, „die Weser in die Stadt zu holen“ und dass der Weser-Radweg sowohl in der Samtgemeinde Hoya zwischen dem Fähranleger in Schweringen und Hoya als auch zwischen Nienburg und Drakenburg ausgebaut beziehungsweise gebaut werden kann.

Finanziert wird die Mittelweser-Touristik durch die Beiträge ihrer mittlerweile 17 Gesellschafter.Im Landkreis Nienburg sind das der Landkreis Nienburg, Stadt Nienburg, die Samtgemeinde Heemsen, die Samtgemeinde Grafschaft Hoya, die Samtgemeinde Liebenau, die Samtgemeinde Marklohe, die Samtgemeinde Mittelweser, die Stadt Rehburg-Loccum, die Samtgemeinde Steimbke und der Flecken Steyerberg. Jede Kommune zahlt bisher 51 Cent pro Einwohner. Aktuell wird darüber diskutiert, diesen Beitrag auf 56 Cent anzuheben.

Martin Fahrland: „Wir würden Marie Witte gerne auch über das Jahresende hinaus behalten. Das wäre dann möglich.“

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Erstellt:
13. August 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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