22.09.2013

Jeder Siebte hat schon abgestimmt

In Nienburgs Briefwahlbüro herrschte fast drei Wochen lang Hochbetrieb

von Edda Hagebölling

Nienburg. Wenn heute überall im Kreis die Wahllokale öffnen, hat zumindest in Nienburg jeder Siebte schon gewählt. Bis Donnerstagabend hatten im Briefwahlbüro der Stadt bereits rund 3500 Wahlberechtigte ihre zwei Kreuze für die Wahl des 18. Deutschen Bundestags gemacht. 3500 von insgesamt rund 24 200. Wahlbüroleiterin Jutta Munzke rechnete beim Treffen mit der Harke am Sonntag damit, dass es bis zur endgültigen Schließung des Büros am Freitag um 18 Uhr noch einmal 100 mehr sein würden. Fast drei Wochen lang herrschte Hochbetrieb im Las Cruces-Zimmer im Nienburger Rathaus. Wegen seiner zentralen Lage diente der Raum, der sonst für die pflege der Partnerschaft zwischen Nienburg und dem amerikanischen Las Cruces genutzt wird, vom 2. bis 20. September als Briefwahlbüro. „Drei oder vier Tage, nachdem die Wahlbenachrichtigungen auf den Weg geschickt worden waren, ging es auch schon los“, erinnert sich Jutta Munzke noch gut. Unterstützt wird sie schon seit vielen Jahren von Gabriele Buthz. Immer nach der eigentlichen Arbeit im Fachbereich innere Verwaltung. Ab 16 Uhr. Dritte im Bunde war am Donnerstag gegen Abend noch Imke Buchholz.

Jutta Munzke arbeitet seit rund 15 Jahren zum Wohl derjenigen, der ihre Stimmen nicht am Wahltag selbst, sondern schon im Vorfeld abgeben wollen. So viele wie bei dieser Wahl waren es allerdings noch nie. „Sonst sind es immer um die 2500“, so die Wahlbüro-Chefin. In diesem Jahr sind es rund 1000 abgegebene Wahlbenachrichtigungen mehr. „Viele verbinden den Besuch des Wochenmarktes oder den Einkaufsbummel kurzerhand mit einem Abstecher ins Briefwahlbüro. Geöffnet war es - absolut bürgerfreundlich - montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr, Freitags von 8 bis 13 Uhr (mit Ausnahme des letzten Öffnungstages) und sonnabends bis 9 bis 12 Uhr. Zum ersten Mal sind Jutta Munzke und ihre Mitstreiterinnen in diesem Jahr auch in die Altenheime gegangen. Ein Service, den die Seniorinnen und Senioren dankbar angenommen haben.

Überhaupt waren es zum großen Teil die älteren Wahlberechtigten, die lieber unter der Woche ins Briefwahlbüro kommen wollten, als sich heute auf den Weg ins für sie zuständige Wahllokal zu machen. „Das Las Cruces-Zimmer ist gut zu erreichen“, so Jutta Munzke. Auch für die Wählerinnen und Wähler, die mit dem Rollator oder im Rollstuhl unterwegs sind. Vorbildlich ausgeschildert war das Briefwahlbüro der Stadt außerdem.

Aus Gesprächen mit den – zum Teil bereits bestens bekannten - Briefwählern wissen Jutta Munzke und Gabriele Buhtz, dass längst nicht alle an diesem Wochenende verreist sind. Müssen sie aber auch nicht. Einen Anstieg der Briefwähler registriert die Verwaltungsangestellte, seitdem sich vor einigen Jahren die Vorgaben für die Briefwahl gelockert haben. Früher mussten Briefwähler begründen, warum sie die Wahlunterlagen schon im Vorfeld haben wollten, heute ist das nicht mehr nötig.

Gerade am Donnerstag zwischen 17 und 18 Uhr herrschte ein ständiges Kommen und Gehen von Wählerinnen und Wählern aller Altersklassen, die ihrer Wahlpflicht „mal eben“ nachkommen wollten. Eine Frau im Rollstuhl, ein jüngerer Mann, ein Wähler mittleren Alters, der heute in einem anderen Wahllokal als Wahlhelfer im Einsatz ist. Eine Mutter und ihr Sohn, die spontan beschlossen hatten, an diesem Wochenenden zu verreisen.

Und apropos Wahlhelfer. Da Jutta Munzke auch für die Rekrutierung der insgesamt benötigten 128 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer für die 38 Wahllokale in Nienburg und seinen Ortsteilen verantwortlich ist, wusste sie mit großer Erleichterung zu berichten: „Fast alle Wahlhelfer, die am 20. Januar bei der Landtagswahl im Einsatz waren, haben auch für heute wieder zugesagt.“

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Erstellt:
22. September 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 52sec

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