Kenny

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26.10.2014

Jedes Tier hat eine (traurige) Vorgeschichte

Wie man im Tierheim Schessinghausen den achtjährigen Kenny mühsam wieder aufpäppelt

Schessinghausen. Jedes Tier, das sich in die liebevollen Hände des Tierheims Schessinghausen begeben muss, hat eine andere Vorgeschichte. Mal sind es Katzen, die aufgrund von aufgetretenen Allergien abgegeben werden, mal sind es Hunde, deren Besitzer die Zeit fehlt, um sich gebührend um den Vierbeiner zu kümmern. Abschiede, die ans Herz gehen, sind daher nicht selten. So war es auch bei einem jungen Mann, der seinen damals achtjährigen Hund im Februar 2013 im Tierheim Schessinghausen abgab. Schweren Herzens musste er sich aus persönlichen Gründen von seinem bis dato besten Freund trennen. Seit Geburt des Rüden waren die beiden ein Herz und eine Seele, der Abschied fiel daher – Mensch, wie auch Hund – sichtlich schwer.

Das wurde nicht nur am Tag der Aufnahme des Hundes im Tierheim deutlich, denn seit diesem Tag war er sehr nervös und zitterte meist am ganzen Leib. Da er die Umstellung und auch das Futter nicht vertrug, verlor der Rüde immer mehr an Gewicht. Doch das war nur der Anfang einer ganzen Reihe an Beschwerden, die der Hund durchleiden musste. Neben einer Bauchspeicheldrüsenentzündung litt der Hund außerdem an geschwollenen Beulen an den Gelenken, die auch regelmäßig aufplatzten, vor allem, wenn er gestresst war. Regelmäßig mussten ihm Antibiotika verabreicht werden.

Doch nicht nur physisch hatte der Rüde zu kämpfen. Auch psychisch schien er sich nicht mit der Trennung von seinem Herrchen arrangieren zu können. Er war von Anfang an aggressiv, vor allem gegenüber Männern. Mit anderen Hunden, ganz besonders Hündinnen, vertrug er sich hingegen recht gut. Sogar so gut, dass er zeitweise mit einer Hündin in einem Gehege lebte und mit ihr auch zusammen in eine Familie vermittelt wurde. Während die Hündin sich schnell in der Familie einlebte, standen die neuen Besitzer bereits nach kurzer Zeit wieder vor der Tür des Tierheims Schessinghausen und mussten ihn wieder zurücklassen. Seine Verlassensängste, die er mit der Zeit entwickelt hatte, waren so groß, dass er nur eine Bezugsperson akzeptierte und auch extrem auf diese fixiert war. Sein Beschützerinstinkt war so ausgeprägt, dass er niemand anderen in deren Nähe zuließ, was in einer Familie natürlich nicht möglich war.

Sein Zustand verbesserte sich weiterhin nicht. Seine Verhaltensauffälligkeiten nahmen solche Ausmaße an, dass Dr. Katja Lehmann (Beratungszentrum für Tierverhalten) zu Rate gezogen wurde. Seitdem wird der Rüde mit Psychopharmaka behandelt, die auch ihre Wirkung positiv zeigen. Der Hund ist seitdem um einiges umgänglicher und er genießt wieder Lebensqualität.

Mit viel Liebe, Hingabe und Geduld päppelt das Tierheim Schessinghausen Tiere wie diesen Hund auf, um sie wieder in liebevolle Hände geben zu können.

Doch diese drei Dinge reichen leider nicht aus, wie Tierheimleiterin Yvonne Rode schreibt. Praktische Arbeit koste Geld, Kosten, die das Tierheim ohne Unterstützung nicht allein tragen kann. Die Tiere müssen zum Tierarzt gefahren, vom Tierarzt untersucht, gegen Krankheiten behandelt, kastriert und geimpft werden. Die Liste ist lang.

Wer dem Tierheim Schessinghausen und seinen Tieren helfen möchte, kann das durch eine Spende auf das Konto: Tierschutzverein Nienburg und Umgebung e.V., Sparkasse Nienburg, BIC: NOLADE21NIB, IBAN: DE31256501060000 291377, tun.

„Mit nur zehn Euro finanzieren Sie zum Beispiel fünf Tage Antibiotikum für ein Tier, mit 20 Euro kann ein mittelgroßer Hund bis zu dreimal entwurmt werden“, so Yvonne Rode weiter. Zu erreichen ist sie unter 0 50 27/ 7 24. DH

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Erstellt:
26. Oktober 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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