Aufatmen in Heemsen bei Pastor Dietmar Hallwaß, „Bauleiter“ Christian Labrenz und Küster Friedrich Burdorf: Die Bauarbeiten rund um die St.-Michaelis-Kirche sind so gut wie abgeschlossen.  Hagebölling

Aufatmen in Heemsen bei Pastor Dietmar Hallwaß, „Bauleiter“ Christian Labrenz und Küster Friedrich Burdorf: Die Bauarbeiten rund um die St.-Michaelis-Kirche sind so gut wie abgeschlossen. Hagebölling

Heemsen 27.07.2019 Von Edda Hagebölling

Jetzt fehlt nur noch die Toilette. Und die Lampen

Aufatmen in Heemsen bei Kirchenvorstand und Küster: Bauarbeiten so gut wie beendet / Rund 720.000 Euro in Erhalt der Michaeliskirche investiert

Aufatmen in Heemsen bei Pastor Dietmar Hallwaß, „Bauleiter“ Christian Labrenz und Küster Friedrich Burdorf: Die Bauarbeiten rund um die St.-Michaelis-Kirche sind so gut wie abgeschlossen. Wenn auch die letzten Baufahrzeuge abgezogen und die letzten Bauzäune verladen sind, sind rund 720.000 Euro verbaut worden. Geld, das von der Landeskirche für den Erhalt und den Rückbau des Gotteshauses zur Verfügung gestellt wurde.

„Wir standen bei der Landeskirche ganz oben auf der Liste“, so Pastor Dietmar Hallwaß bei einem Treffen mit der HARKE am Sonntag. Hinter Hallwaß und seinen Mitstreitern liegen anstrengende Jahre. Mitte 2013 war zunächst mit den Planungen und zwei Jahre später schließlich mit den Bauarbeiten begonnen worden. Zunächst wurden die Fassade und das Kirchendach saniert. Die Außenmauern des Hauptschiffes wurden ausgebessert und das Dach neu gedeckt. Außerdem wurden zehn kleine Pfeilertürmchen errichtet, wie sie die Kirche bis 1977 zierten.

Der zweite Bauabschnitt – Kirchturm mit Dachreiter, Uhr und Bekrönung – begann im Juni 2017. Und schon bald begannen auch die Arbeiten im Inneren der Kirche. Im Juli 2018 hatten Fachleute aus Berlin den Auftrag abgeschlossen, die alten bleiverglasten Fenster aus dem Altarraum auszubauen und gegen wunderschöne neue auszutauschen (DIE HARKE am Sonntag berichtete). Die schlichten alten Fenster fanden wiederum ihren neuen Platz in den beiden bereits vorhandenen Windfangtüren. Und auch die Firma aus Paderborn, die den Auftrag hatte, die Türen aufzuarbeiten, hat ihre Arbeit mittlerweile abgeschlossen. Tag für Tag im Einsatz war zuletzt die Firma, die für den dritten Bauabschnitt zuständig war: die Außenanlagen.

„Die waren wirklich zuverlässig“, so Küster Friedrich Burdorf. Der Auftrag bestand darin, den alten Weg von der B 209 zur Kirche aufzunehmen, den neuen, der in Verlängerung der Querungshilfe über die B 209 diagonal über den Friedhof zum Haupteingang führt, zu verlegen und auch den Weg rund um die Kirche neu zu pflastern. Natürlich erst, nachdem die neue Schmutz- und Regenwasserleitung verlegt war. Denn damit geht für den Vorstand der Kirchengemeinde Drakenburg-Heemsen ein weiterer lang gehegter Wunsch in Erfüllung: eine vernünftige Toilette.

„Für diese Kosten müssen wir zwar selbst aufkommen, dank zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung rückt aber auch dieses Ziel in greifbare Nähe“, so Bauleiter Christian Labrenz. Noch im Juli kommen sollen außerdem die fünf Leuchten, die den Gottesdienstbesuchern bei Dunkelheit den Weg in die Kirche weisen sollen.

Bereits vorhanden sind ferner die Hülsen für die Strahler, mit denen Heemsens St.-Michaelis-Kirche, nach St. Martin in Nienburg die zweitgrößte im Kirchenkreis, möglicherweise einmal illuminiert werden soll. Ein Probelauf ist für Oktober vorgesehen. „Wir haben die Hoffnung, dass uns die politische Gemeinde Heemsen in diesem Vorhaben unterstützt“, so Pastor Dietmar Hallwaß. Von einer stimmungsvoll angestrahlten Kirche direkt an der Ortsdurchfahrt würde der gesamte Ort profitieren, ist Hallwaß überzeugt.

Nach Auskunft von Andreas Brandt, Leiter des Amtes für Bau- und Kunstpflege bei der Landeskirche Hannover ist die Sanierung der Heemsen Kirche in folgende drei Kostenstellen unterteilt:

  • • Dachinstandsetzung Kirchenschiff: rund 320 000 Euro
  • • Dachreiterinstandsetzung (Turm): 340 000 Euro
  • • Erneuerung der Außenanlagen: 63 000 Euro.

Zum ersten Mal erwähnt wurde die Heemser Kirche im Jahr 1179. Wie aus der kleinen Chronik hervorgeht, die Heemsens langjähriger Pastor Dieter Lichtblau anlässlich der Wiedereinweihung nach der letzten großen Renovierung vor 40 Jahren am 2. Advent 1977 zusammengestellt hatte, handelte es sich bei der Heemser Kirche zunächst um eine kleine Holzkirche. Abgelöst wurde diese 1250 durch eine Steinkirche. Das Kirchenschiff war 13 Meter lang und zehn Meter breit. Ein weiterer Neubau folgte 1864.

Der Vorgänger mit seinen 270 Plätzen war nicht mehr groß genug. „Schon an gewöhnlichen Sonntagen musste eine Teil der Gemeinde dem Gottesdienst stehend beiwohnen“, heißt es in der kleinen Festschrift.

Die Einweihung fand im Jahr 1864 am Michaelisfest statt. Seither verfügt Heemsens Michaeliskirche über 660 Sitzplätze. Zum Vergleich: In Nienburgs Theater finden bis zu 630 Gäste Platz.

Die Holzbänke wurden ebenfalls im Rahmen der Sanierung vor 40 Jahren gegen grüne Holzstühle ausgetauscht.

Dass die Einweihung der „neuen“ Kirche gebührend gefeiert werden soll, versteht sich von selbst. Sobald auch die letzten Bauarbeiten abgeschlossen sind, macht sich der Kirchenvorstand an die Planung.

In Heemsen gehen jetzt auch die Arbeiten für die Außenanlage dem Ende entgegen. Der neue Weg, der von der Querungshilfe aus zur Kirche führt, ist verlegt, der alte ist aufgenommen. Jetzt fehlen nur noch die Lampen und die neue Toilette. Die Zuleitungen sind bereits gelegt. Hagebölling

In Heemsen gehen jetzt auch die Arbeiten für die Außenanlage dem Ende entgegen. Der neue Weg, der von der Querungshilfe aus zur Kirche führt, ist verlegt, der alte ist aufgenommen. Jetzt fehlen nur noch die Lampen und die neue Toilette. Die Zuleitungen sind bereits gelegt. Hagebölling

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Erstellt:
27. Juli 2019, 21:45 Uhr
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