Jochen Vogel, Gilda Simon, Christian Labrenz, Friedrich Burdorf und Dietmar Hallwaß vor der Heemser Michaeliskirche. Das Gotteshaus mit seinen 660 Plätzen ist nach St. Martin in Nienburg das größte im  Kirchenkreis Nienburg.  Hagebölling

Jochen Vogel, Gilda Simon, Christian Labrenz, Friedrich Burdorf und Dietmar Hallwaß vor der Heemser Michaeliskirche. Das Gotteshaus mit seinen 660 Plätzen ist nach St. Martin in Nienburg das größte im Kirchenkreis Nienburg. Hagebölling

Heemsen 24.06.2017 Von Edda Hagebölling

Jetzt ist der Kirchturm dran

An Heemsens St.-Michaelis-Kirche haben wieder die Bauarbeiten begonnen / Zweiter Bauabschnitt mit

An der [DATENBANK=5369]Heemser Kirche[/DATENBANK] – nach [DATENBANK=774]St. Martin[/DATENBANK] in Nienburg der größten im Kirchenkreis Nienburg – wird wieder gebaut. Nachdem das Kirchenschiff bereits vor zwei Jahren nicht nur ein neues Dach erhalten, sondern auch seine Türmchen zurückbekommen hat, ist jetzt der 49 Meter hohe Kirchturm dran. Ihn einzurüsten, hat allein zwei Wochen gedauert. Wie Heemsens Pastor [DATENBANK=4489]Dietmar Hallwaß[/DATENBANK], die Kirchenvorstandsmitglieder Gilda Simon, Jochen Vogel und Christian Labrenz und Küster Friedrich Burdorf bei einem Ortstermin berichteten, liegt die letzte größere Sanierung 40 Jahre zurück. Für die Heemser daher kein Wunder, dass das Landeskirchenamt bei seinen regelmäßigen Begehungen zu der Überzeugung gelangt war, dass in Heemsen mal wieder investiert werden müsste, um größere Schäden zu vermeiden.

Für das Hauptschiff mit seinen Türmchen waren seinerzeit 320 000 Euro veranschlagt, für den Kirchturm mit Dachreiter, Uhr und Bekrönung wurden noch einmal 274 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Bauherr ist jedoch nicht die Landeskirche, sondern die Kirchengemeinde Drakenburg-Heemsen.

Pastor Hallwaß hat daher seit geraumer Zeit immer mal wieder Rechnungen in einer Höhe gegenzuzeichnen, die einem normalen Gemeindepastor in der Regel nicht alle Tage auf den Schreibtisch flattern.

Wenn auch diese Bauarbeiten abgeschlossen sind – im September soll es soweit sein – ist man in Heemsen im großen und ganzen wieder wunschlos glücklich. Zumal im Anschluss mit der Installation einer vernünftigen Toilettenanlage endlich ein langgehegter Wunsch in Erfüllung geht. Ähnliches gilt für die Erreichbarkeit der Kirche. Der Fußweg, der jetzt noch in Verlängerung der Schulstraße verläuft, wird in Richtung Querungshilfe verlegt.

Und es gibt noch eine weitere gute Nachricht: Die Kosten für die Sanierung der Bekrönung übernimmt die Familie Eggers aus Rohrsen.

Noch etwas gedulden muss man sich in Heemsen dagegen mit der Aufarbeitung der massiven braunen Kirchentür. Diese Arbeiten werden voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr fertiggestellt sein.

Außerdem hat sich vor kurzem ein Vorfall ereignet, wie er nach Auskunft von Küster Friedrich Burdorf in den letzten 80 Jahren nicht vorgekommen ist: in die Heemser Kirche wurde eingebrochen. Im Kirchenvorstand vermutet man, dass die Täter davon ausgingen, dass in der Kirche wegen der Bauarbeiten Werkzeug und ähnliches lagert.

Mutmaßungen wurden vorübergehend auch darüber angestellt, wie die Birke ganz oben aufs Gerüst gekommen sein mag. „Waren‘s die Pfingstbaumpflanzer oder vielleicht doch der heilige Geist. Wir sind uns nicht ganz sicher“, so die Kirchenleute schmunzelnd.

Zum ersten Mal erwähnt wurde die Heemser Kirche im Jahr 1179. Wie aus der kleinen Chronik hervorgeht, die Heemsens langjähriger Pastor Dieter Lichtblau anlässlich der Wiedereinweihung nach der letzten großen Renovierung vor 40 Jahren am 2. Advent 1977 zusammengestellt hatte, handelte es sich zunächst um eine kleine Holzkirche. Abgelöst wurde die 1250 durch eine Steinkirche. Das Kirchenschiff war 13 Meter lang und zehn Meter breit. Ein weiterer Neubau folgte 1864. Der Vorgänger mit seinen 270 Plätzen war nicht mehr groß genug. „Schon an gewöhnlichen Sonntagen musste eine Teil der Gemeinde dem Gottesdienst stehend beiwohnen“, heißt es in der kleinen Festschrift.

Die Einweihung der neuen Kirche fand im Jahr 1864 am Michaelisfest statt. Sie war dem Erzengel Michael geweiht. Seither verfügt Heemsen Michaeliskirche über 660 Sitzplätze. Zum Vergleich: In Nienburgs Theater finden bis zu 630 Gäste Platz.

Die Holzbänke wurden ebenfalls im Rahmen der Sanierung vor 40 Jahren gegen grüne Holzstühle ausgetauscht.

Der alte Dachreiter fiel im Jahr 1906 einem Blitzeinschlag zum Opfer. „Damals hatte die Gemeinde große materielle Opfer bringen müssen, um ihren Turm wieder aufzubauen, da sich die Gesamtkosten auf etwa 12 500 Mark beliefen“, so Dieter Lichtblau in dem kleinen Heftchen weiter.

Den 49 Meter hohen Kirchturm einzurüsten, hat allein zwei Wochen gedauert. Hagebölling

Den 49 Meter hohen Kirchturm einzurüsten, hat allein zwei Wochen gedauert. Hagebölling

Auch die Ziffernblätter werden aufgearbeitet. Allerdings wird es statt vier nur noch drei geben. Vogel

Auch die Ziffernblätter werden aufgearbeitet. Allerdings wird es statt vier nur noch drei geben. Vogel

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Erstellt:
24. Juni 2017, 21:00 Uhr
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