Ärztlicher Direktor Dr. Michael Stalp (links) und Klinik-Geschäftsführer Thomas Clausing gratulieren Ulrike Steinbeck zu ihrem Dienstjubiläum. Foto: Helios

Ärztlicher Direktor Dr. Michael Stalp (links) und Klinik-Geschäftsführer Thomas Clausing gratulieren Ulrike Steinbeck zu ihrem Dienstjubiläum. Foto: Helios

Nienburg 26.04.2021 Von Die Harke

Job mit schönen und schlimmen Momenten

Ulrike Steinbeck arbeitet seit 40 Jahren in der Anästhesiepflege

Mitarbeiterfluktuation gehört bei den meisten Unternehmen und auch Krankenhäusern mittlerweile zum Alltag. Die Helios-Kliniken Mittelweser aber freuen sich nach eigenen Angaben über eine hohe Anzahl an Mitarbeitenden, die schon viele Jahre dabei sind.

Unter ihnen ist Ulrike Steinbeck, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert. „Mein erster Tag war der 1. April 1981“, erinnert sich Steinbeck: „Eigentlich bin ich gelernte Kinderkrankenschwester und wollte auch gerne auf die Neugeborenenstation, doch zum damaligen Zeitpunkt war dort nichts frei. Dafür aber in der Anästhesiepflege.“

Ein glücklicher Zufall, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. „Ich liebe meinen Beruf und könnte mir nichts anderes vorstellen“, sagt sie. Glücklich sei sie nicht nur mit der Arbeit selbst, sondern vor allem auch mit ihrem Team. „Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt, und alles läuft sehr unkompliziert. Es gibt auch nie Probleme, gegenseitig füreinander einzuspringen“, freut sich Steinbeck.

„Wir haben feste ,Meckerstunden‘, in denen jeder seine Anliegen vortragen kann. Unstimmigkeiten werden so direkt besprochen und Konflikte entsprechend im Keim erstickt, bevor es eskalieren kann.“ Gut findet sie, dass im OP-Saal die Prozesse einheitlich und standardisiert ablaufen. „Das ist auch immens wichtig für die Einarbeitung von neuen Kollegen oder Auszubildenden“, erläutert die Gesundheits- und Krankenpflegerin. Auch die Narkose- und Notfallwagen sind alle gleich sortiert, sodass in Notsituationen alles sofort griffbereit ist.

Ihre tägliche Arbeit sei sehr vielfältig und beinhalte alle Vorbereitungen und Assistenz im Bereich der Narkose, das Überprüfen der präoperativen Bögen, die Lagerung der Patienten, das Legen von Zugängen für Infusionen, die anschließende Übergabe des Patienten an den Aufwachraum, die Nachbereitung des Anästhesiearbeitsplatzes und der hygienisch korrekten Wiederaufbereitung verwendeter Materialien. „Auch der Schockraum ist von uns besetzt“, so Steinbeck.

Ich hatte immer tolle Chefs, die sehr viel Vertrauen nicht nur in meine Arbeit, sondern auch in die meiner Kolleginnen und Kollegen hatten.

Ulrike Steinbeck

Eine besondere Freude sei für sie auch die Wertschätzung durch die Vorgesetzten. „Ich hatte immer tolle Chefs, die sehr viel Vertrauen nicht nur in meine Arbeit, sondern auch in die meiner Kolleginnen und Kollegen hatten. Mit innerbetrieblichen Fortbildungen werden wir immer auf den neuesten Stand gebracht und erlangen auch immer mehr Wissen, um einen guten Job zu machen“, sagt Steinbeck.

Auch Reanimationsfortbildungen, unter anderem für Neugeborene, gehören dazu. Ihr Wissen habe sie auch zu Hause anwenden können und auch müssen, denn sie habe beide Eltern und Großmütter bis zum Tode gepflegt.

In den vergangenen Jahren waren viele schöne und auch schlimme Momente dabei. „Es gibt Schicksale, die man im Gedächtnis behält. Junge Menschen, die so schwer krank sind und Schmerzen haben, die sich aber einfach nicht verabschieden wollen, weil sie kleine Kinder haben. So etwas vergisst man nicht“, so Steinbeck. Doch auch die schönen Momente bleiben im Gedächtnis: „Wenn man sich zum Beispiel auf einen Notkaiserschnitt mit schlechter Prognose und Reanimation einstellt und am Ende doch alles gut verläuft und der Vater sein Kind glücklich in den Armen hält.“

Doch auch die kleinen Freuden machen einen Unterschied. „Am meisten Spaß macht mir, wenn ich den Patienten helfen kann, schmerzfrei zu sein oder sie auch einfach nur zuzudecken, wenn sie frieren. Dankbarkeit von Menschen anzunehmen ist schon eine Herausforderung“, erläutert sie.

In der Krankenhauswelt habe sich in den 40 Jahren auch viel verändert. „Allein schon die vielen Disziplinen und Fachbereiche, die im Krankenhaus dazugekommen sind. All diese bringen neue Technologien und OP-Verfahren mit sich. Das ist immer wieder eine Herausforderung, doch für sich selbst lernt man unglaublich viel dazu und entwickelt sich immer weiter.“

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Erstellt:
26. April 2021, 19:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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