Familien, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende beziehen, können ab sofort von ihrem Jobcenter einen Zuschuss für IT-Endgeräte wie Tablet oder Notebook erhalten. Foto: iuliia_n - stock.adobe.com

Familien, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende beziehen, können ab sofort von ihrem Jobcenter einen Zuschuss für IT-Endgeräte wie Tablet oder Notebook erhalten. Foto: iuliia_n - stock.adobe.com

Landkreis 17.02.2021 Von Die Harke

Jobcenter finanziert IT-Endgeräte

Pandemiebedingten Distanzunterricht soll unterstützt werden / Auch rückwirkende Erstattung möglich

Die Ausstattung von Schülerinnen und Schülern mit digitalen Endgeräten ist in Zeiten des pandemiebedingten Distanzunterrichts unerlässlich. Bund und Länder haben für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien ein Sofortausstattungsprogramm zur Ausstattung über die Schulen auf den Weg gebracht. Hierfür standen in Niedersachen über 50 Millionen Euro zur Verfügung, die von den Schulträgern vollständig abgerufen wurden.

Als Ergänzung hat der Bund eine weitere Unterstützung auf den Weg gebracht: Familien, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende beziehen, können ab sofort von ihrem Jobcenter einen Zuschuss für die Beschaffung von IT-Endgeräten (Tablet, PC, Laptop) und Zubehör (beispielsweise ein Drucker pro Haushalt inklusive der erstmaligen Beschaffung von Patronen) erhalten. Voraussetzung ist, dass ein „unabweisbarer Bedarf“ vorliegt, die Geräte also nicht von den Schulen (etwa Leihgeräte), Fördervereinen oder sonstigen Dritten zur Verfügung gestellt werden können. Die Gewährung eines Zuschusses ist zudem beschränkt auf die pandemiebedingte Ausnahmesituation.

Anspruch haben Schülerinnen und Schüler bis zum 25. Lebensjahr, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und bislang nicht über entsprechende Geräte im Haushalt verfügen. Berechtigt sind auch Mädchen und Jungen, die eine Ausbildungsvergütung erhalten.

Betroffenen Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern ist zu raten, sich wegen der Ausleihe eines digitalen Endgerätes zunächst an ihre Schule zu wenden. Sofern eine Leihmöglichkeit oder anderweitige Beschaffung nicht möglich ist, kann ein Antrag beim Jobcenter im Landkreis Nienburg gestellt werden. Die Schule kann dann die Notwendigkeit eines Computers zur häuslichen Teilnahme am Schulunterricht und eine nicht vorhandene Ausleihmöglichkeit bestätigen, damit diese vorgelegt werden kann.

Der Formantrag mit der Bescheinigung für die Schule steht im Internet unter www.jobcenter-nienburg.de zur Verfügung oder kann per E-Mail an jc-nienburg@jobcenter-ge.de angefordert werden. Auf der Homepage sind auch Informationsblätter für die Antragsteller und Schulen hinterlegt. Für digitale Endgeräte einschließlich erforderlichem Zubehör kann im Regelfall ein Gesamtbetrag in Höhe von bis zu 350 Euro gewährt werden. Nach der Anschaffung ist ein Kaufnachweis einzureichen.

Sollten nach dem 1. Januar die Grundsicherungsempfänger bereits einen Antrag auf Kostenübernahme gestellt haben, der abgelehnt wurde oder für den statt des beantragten Zuschusses die Gewährung eines Darlehens angeboten wurde, sollen sich die Antragsteller an das Jobcenter wenden. Es wird dann geprüft, ob die Kosten rückwirkend erstattet werden können. Gleiches gilt für Empfänger von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit sowie des Asylbewerberleistungsgesetzes. Hier sind die entsprechenden Anträge beim Landkreis Nienburg/ Weser zu stellen.

Für Rückfragen stehen die Mitarbeiter des Jobcenters unter Telefon (0 50 21) 9 07 13 00 und 9 07 11 00 zur Verfügung.

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Erstellt:
17. Februar 2021, 16:21 Uhr
Lesedauer:
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