Jörg Hille will Bürgermeister der Samtgemeinde Weser-Aue werden. Das Bild zeigt ihn vor seinem Zuhause in Oyle. Foto: Hille

Jörg Hille will Bürgermeister der Samtgemeinde Weser-Aue werden. Das Bild zeigt ihn vor seinem Zuhause in Oyle. Foto: Hille

Liebenau/Marklohe 10.08.2021 Von Die Harke

Jörg Hille setzt andere Schwerpunkte

Bürgermeisterkandidat der Samtgemeinde Weser-Aue will mit allen Parteien kooperieren

Jörg Hille aus Oyle will Bürgermeister der künftigen Samtgemeinde Weser-Aue werden. „In vielen Gesprächen, die ich vor und nach der Veröffentlichung meiner Kandidatur geführt habe, gab es positives Feedback“, heißt es in einer Pressemitteilung des 40-Jährigen: „Viele, mit denen ich vor Jahren das ein oder andere Mal leidenschaftliche Auseinandersetzungen hatte, unterstützen mich heute.“ Man attestiere ihm, fachlich stets gut vorbereitet in Sitzungen zu gehen, offen in der Beratung zu sein und sich am Ende an einer konstruktiven Lösung zu beteiligen. Jörg Hille, der für die FDP im Kreistag sitzt, tritt gegen den Nienburger Wilfried Imgarten (60) an.

Der Anstoß für seine Kandidatur sei ein Anruf eines Nienburger Unternehmers gewesen. „Möchten Sie Bürgermeister der Stadt Nienburg werden?“, wurde Jörg Hille nach eigenen Angaben gefragt. Die damals bekannten Kandidaten hätten dem Unternehmer nicht gefallen, in dem Oyler sah er hingegen eine gute Alternative, zumal über Jahre immer wieder Kontakt in Sachen „Umgang mit Behörden“ bestand.

„Ich habe dankend abgelehnt, denn trotz meines tiefen Einblicks in die Nienburger Stadtpolitik maße ich mir als Bürger ,links der Weser‘ nicht an, ,rechts der Weser‘ den Ton angeben zu wollen“, sagt Jörg Hille. Gleichzeitig waren die Markloher Ratsfraktionen gerade auf der Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten. „Dass diese Suche ohne Erfolg war, war damals nicht absehbar. Ich und viele andere haben mit einer Kandidatur eines CDU- oder SPD-Kandidaten mit einer gewissen Hausmacht gerechnet.“

Stattdessen bewarb sich Wilfried Imgarten. „Ich kenne ihn aus dem Finanzausschuss des Kreistages. Dort war ich vor 15 Jahren neu als Fraktionsvorsitzender mit dabei und er als Fachbereichsleiter.“ Danach wechselte Imgarten nach Hoya, nach acht Jahren gingen die Samtgemeinde Grafschaft Hoya und er jedoch getrennte Wege.

Partei unterstützt ihn einstimmig

„In Abstimmung mit Menschen, die mir nahestehen, habe ich aufgrund der Umstände und meines Backgrounds entschieden, dass ich antrete, um der erste Bürgermeister des Zusammenschlusses von Marklohe und Liebenau zu werden“, sagt Jörg Hille. Beruflich ist er nach eigenen Angaben als Berater unterwegs, dazu arbeitet er als Geschäftsführer in der FDP-Kreisgeschäftstelle. Formal besiegelt wurde seine Kandidatur mit einer Aufstellungsversammlung der Liberalen im Liebenauer Gasthaus Sieling im Juli. Trotz geheimer Wahl, die vorgeschrieben ist, sei das Ergebnis einstimmig gewesen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass ein neu gewählter Bürgermeister für deutlich mehr als eine Wahlperiode bereitstehen will und muss!“ Sein Konkurrent habe hingegen in einem Interview durchblicken lassen, dass nach fünf Jahren für ihn schon wieder Schluss sei, mit dann 66. „Im Vergleich zu mir müsste er sich in dieser begrenzten Zeit zudem aufwendig in die mir bekannten örtlichen Gegebenheiten einarbeiten“, sagt Jörg Hille, „diese Zeit haben wir als Samtgemeinde aber leider nicht“.

Der künftige Bürgermeister müsse die beiden Samtgemeinden zusammenführen, „die Verwaltung tatsächlich modernisieren und die Mitarbeitenden und Bürgerinnen und Bürger dabei mitnehmen“, skizziert Jörg Hille die Aufgaben der neuen Verwaltungsspitze, „ich möchte das mit über 20 Jahren Erfahrung aus der politischen Praxis gerne und leidenschaftlich umsetzen“. Er setzt dabei auf eine breite Kooperation mit allen Parteien – auch mit den Grünen, die bei der Wahl seiner Einschätzung nach verständlicherweise ihr langjähriges Mitglied Wilfried Imgarten unterstützen werden.

Blick auf die Corona-Pandemie

Auch inhaltlich setzt Jörg Hille andere Schwerpunkte. „Mein Mitbewerber möchte als Allererstes das Thema Klimaschutz als Samtgemeinde angehen. Klimaschutz ist wichtig, aber aus meiner Sicht nur eines von vielen Themen, die eine Samtgemeinde – und darum geht es hier – bearbeiten muss. Hier und heute sind wir als Schulträger und Träger der Kinderbetreuungseinrichtungen ganz klar bei der Bewältigung der Corona-Pandemie gefordert. Die Offenhaltung der Einrichtungen, die Aufrechterhaltung des Brand- und Katastrophenschutzes und die Unterstützung der gebeutelten heimischen Unternehmen, um Arbeitsplätze zu erhalten – das muss ganz oben auf der Agenda stehen! Für Hunderte Familien in unserer Samtgemeinde ist die Pandemie immer noch akut. Blühstreifen müssen dann manchmal hintenanstehen, weil die Gesundheit und Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendlichen jetzt einfach wichtiger sind.“

Jörg Hille verweist auf Erfahrung und Netzwerke

Jörg Hille hat über viele Jahre im Ehren- und Hauptamt in Politik und verwaltungsnahen Bereichen Erfahrungen sammeln dürfen, angefangen als Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen vor 20 Jahren. Er leitete den Landesarbeitskreis „Europa“ und war in diesem Zusammenhang nach eigenen Angaben einer der Hauptverantwortlichen für den Europäischen Jugendkonvent in Hannover mit vielen Hundert Teilnehmern.

Im FDP-Landesverband war er unter anderem tätig im Bereich Landesschiedsgericht, Controlling und Veranstaltungsmanagement inklusive Erstellung von Sicherheitskonzepten mit dem BKA. Er war Vize-Vorsitzender des Landesfachausschusses „Finanzen- und Steuern“ und langjähriger Landesgeschäftsführer der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker. In dieser Funktion hat er gemeinsam mit dem damaligen Diepholzer Bürgermeister Dr. Schulze (FDP, direkt gewählt) auch die Erstellung des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) zu verantworten. „Dieses juristische Werk ist heute für jeden Kommunalpolitiker und jede kommunale Verwaltung in Niedersachsen maßgebend“, sagt Jörg Hille.

Heute ist er laut eigener Pressemitteilung trotz seiner erst 40 Jahren „dienstältestes“ gewähltes Vorstandsmitglied des größten und einflussreichsten FDP-Bezirksverbandes in Niedersachsen („Hannover-Hildesheim“), seit vielen Jahren als Vize-Chef. Über die Jahre habe er auf arbeits- und persönlicher Ebene vielfältige Netzwerke knüpfen und pflegen können. Und das nicht nur „innerhalb der Liberalen Familie“, sondern ausdrücklich auch in andere Parteien hinein. „Mein Werdegang und mein breites ehrenamtliches Engagement sind bisweilen am Radar der Berichterstattung vorbeigegangen“, sagt Jörg Hille.

„Es soll nicht zum Schaden der Gemeinde sein, wenn an der Spitze jemand steht, der Führung und Verantwortung übernehmen will und kann. Exzellente Kontakte nach Hannover und darüber hinaus sind allein deshalb wichtig, damit wir beispielsweise Förderanträge schon abgabefertig auf dem Tisch liegen haben, bevor Förderprogramme überhaupt der breiten Öffentlichkeit bekannt gegeben werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben am 12. September die Wahl. Ich mache ein Angebot und gehe optimistisch in die Abstimmung.“

Info www.joerghille.de

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Erstellt:
10. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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