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Boris Johnson zusammen mit Innenministerin Priti Patel und Polizisten am Ort der Bluttat auf der London Bridge. Foto: Steve Parsons/PA Wire/dpa

Boris Johnson zusammen mit Innenministerin Priti Patel und Polizisten am Ort der Bluttat auf der London Bridge. Foto: Steve Parsons/PA Wire/dpa

London 01.12.2019 Von Deutsche Presse-Agentur

Johnson: Labour für Freilassung von Täter verantwortlich

Der britische Premierminister Boris Johnson (Konservative) hat die frühere Labour-Regierung für die vorzeitige Haftentlassung des London-Bridge-Attentäters verantwortlich gemacht.

Usman Khan hatte am Freitag zwei Menschen erstochen, bevor er auf der London Bridge von Zivilisten überwältigt und von der Polizei erschossen wurde. Der wegen Anschlagsplänen verurteilte Terrorist war vor einem Jahr unter Bewährung vorzeitig auf freien Fuß gekommen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag für sich reklamiert. Die Freilassung Khans sei aufgrund von Gesetzesänderungen möglich gewesen, „die von der Labour-Partei vollzogen wurden“, sagte Johnson bei der BBC-Talkshow Andrew Marr am Sonntag. Labour regierte in Großbritannien zuletzt von 1997 bis 2010. Seitdem regieren Johnsons Tories in verschiedenen Konstellationen. Johnson kündigte eine härtere Gangart gegen Schwer- und Sexualverbrecher sowie Terroristen an. Außer Usman Khan seien etwa 74 weitere wegen terroristischer Aktivitäten verurteilte Gefangene vorzeitig entlassen worden. Diese Fälle würden nun überprüft. Der Anschlag, bei dem auch drei Menschen verletzt wurden, traf Großbritannien mitten im Wahlkampf. Die Briten wählen am 12. Dezember ein neues Parlament. Johnsons Konservative führen die Umfragen mit großem Abstand an. Das reine Mehrheitswahlsystem in Großbritannien macht Vorhersagen aber sehr schwer. Nur die Kandidaten mit den meisten Stimmen in einem der 650 Wahlkreise ziehen ins Parlament ein. Die Stimmen für unterlegene Kandidaten verfallen. Unterdessen soll ein Pole, der den Attentäter mit dem Stoßzahn eines Narwals aufgehalten hat, in seiner Heimat ausgezeichnet werden. Justizminister Zbigniew Ziobro werde Staatspräsident Andrzej Duda vorschlagen, dem Mann die Medaille für Zivilcourage und Opferbereitschaft zu verleihen, schrieb Ziobros Sprecher am Samstag auf Twitter.  „Gegen den Terrorismus ist jede Waffe erlaubt“, kommentierte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki auf Facebook. „Polen ist stolz auf Sie.“  Britischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Mann, der den Attentäter mit dem langen Stoßzahn eines Narwals in Schacht hielt, um einen Polen namens Lukasz, der in London als Koch arbeitet. Er soll den Zahn von der Wand der Fishmonger's Hall genommen haben, in der der Angriff begann. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Mann den Attentäter mit dem Walzahn traktiert, während ein anderer ihm mit dem Feuerlöscher ins Gesicht sprüht. Gemeinsam soll es ihnen gelungen sein, dem Attentäter zwei Messer zu entwenden, die er mit Klebeband an seinen Händen befestigt hatte.

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Erstellt:
1. Dezember 2019, 12:27 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

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