Familiengeschichten der Juden Rehburgs und jüdische Bestattungskultur stehen im Mittelpunkt der Führungen über den jüdischen Friedhof in Rehburg. Ney-Janßen

Familiengeschichten der Juden Rehburgs und jüdische Bestattungskultur stehen im Mittelpunkt der Führungen über den jüdischen Friedhof in Rehburg. Ney-Janßen

rehburg 04.03.2018 Von Die Harke

Jüdische Geschichte steht im Mittelpunkt

Arbeitskreis lädt ab dem 24. März zu öffentlichen Führungen zu Stolpersteinen und Gräbern auf dem jüdischen Friedhof in Rehburg ein

Spaziergänge zu Stolpersteinen und Führungen über den jüdischen Friedhof Rehburg will der Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum ab diesem Jahr anbieten. Für Sonnabend, 24. März, und Freitag, 9. November, sind öffentliche Führungen geplant. Gruppen können weitere Termine vereinbaren. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Rehburg und die Verfolgung von deren Mitgliedern zur Zeit des Nationalsozialismus stehen im Mittelpunkt der Führungen. Der Spaziergang durch Rehburg orientiert sich an den Stolpersteinen, die dort verlegt worden sind, und führt auch zu weiteren Orten der Verfolgung in der Stadt. Mitglieder des Arbeitskreises erzählen währenddessen die Geschichten der jüdischen Familien und berichten von Begegnungen mit deren Nachfahren im Zuge ihrer Recherchen.

Die Führungen über den jüdischen Friedhof sind jeweils im Vorfeld der Spaziergänge geplant. Ein idyllischer Platz ist dieser kleine Friedhof in Rehburgs Norden - auf einem Hügel gelegen, mit vielen Bäumen und alten Grabsteinen, die friedlich in Reihen beieinanderstehen. Die Geschichte dieses Friedhofes reicht indes sehr viel weiter zurück, als der älteste vorhandene Grabstein aus dem Jahr 1848 vermuten lässt. Von jüdischen Familien, die über Jahrhunderte in Rehburg lebten und die anerkannte Mitglieder der Stadtgemeinschaft waren, erzählt der Friedhof ebenso, wie auch von der Zeit, als diese Menschen aus jener Gemeinschaft vertrieben wurden, fliehen mussten oder aber deportiert und ermordet wurden.

1939, wenige Monate nach der Pogromnacht, wurde der Friedhof geschlossen. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde des Ortes steht bei den Führungen ebenso im Fokus wie auch die Bestattungskultur der Juden.

Die Termine für die Spaziergänge entlang der Stolpersteine und über den Friedhof orientieren sich an der Geschichte der jüdischen Gemeinde Rehburgs: Am 28. März 1942 wurden viele ihrer Mitglieder aus Rehburg heraus in das Ghetto Warschau deportiert. Am 9. November 1938 rotteten sich zur Pogromnacht auch in Rehburg viele Menschen zusammen, um die Synagoge zu zerstören, ihre jüdischen Nachbarn zu demütigen und manche von ihnen in ein Konzentrationslager zu bringen.

Zur Führung über den jüdischen Friedhof lädt der Arbeitskreis erstmals für Freitag, 24. März, 16 Uhr, ein. Treffpunkt ist die Ecke Nienburger Straße/Düsselburger Straße in Rehburg. Der Spaziergang entlang der Stolpersteine in Rehburgs Ortskern beginnt am 24. März um 17 Uhr. Treffpunkt dafür ist der Rehburger Marktplatz an der Ecke Heidtorstraße/Auf der Bleiche. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos.

Weitere Termine für interessierte Gruppen und auch Schulklassen bietet der Arbeitskreis Stolpersteine auf Anfrage gerne an. Kontakt kann über arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de per E-Mail oder auch unter der Telefonummer (0 50 37) 13 89 aufgenommen werden.

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Erstellt:
4. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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