Jugendliche wollen sich eben nicht immer nur bespaßen lassen, sie wollen auch mitbestimmen. Foto: Pixabay

Jugendliche wollen sich eben nicht immer nur bespaßen lassen, sie wollen auch mitbestimmen. Foto: Pixabay

Landkreis 26.07.2020 Von Nikias Schmidetzki

Jugendliche nicht aufgeben

Ich stelle die Frage nicht zum ersten Mal: Warum ist Jugendarbeit eigentlich so wichtig und Kinderarbeit verboten? Schon klar. Humor ist immer Ansichtssache. Aber um die Frage nach dem Sinn von Jugendarbeit, wenn auch sehr ernst gemeint, ging es im UNO-Hauptquartier schon. Nicht von den Vereinten Nationen in New York, sondern vom Verein „Unser Nordertor“ – kurz eben auch UNO.

Um das Nachwuchsprogramm vorzustellen, hatten Vorstand und Mitarbeiter neben einem Avacon-Vertreter, weil das Unternehmen das Vorhaben unterstützt, auch Pressevertreter eingeladen. Und die große Frage ist: Wie kommen Vereine an Jugendliche? Arbeit mit Kindern (um den geächteten Begriff der Kinderarbeit zu umgehen) ist natürlich wichtig, da waren sich alle einig. Gleichzeitig gibt es da aber eben auch bereits viele Angebote. Und außerdem sei es leichter, Kinder zu begeistern. Bei Jugendlichen, je älter sie sind, sei das schwieriger.

Jugendliche aus dem Nordertor etwa, wusste Pädagoge Klaus Lüdeke zu berichten, treffen sich in der freien Zeit häufig an öffentlichen Orten in der Gegend. Gern genommen seien etwa Trafohäuschen, auf denen sie sitzen. Das wiederum sei bei einigen Anwohnern nicht gern gesehen. Die Jugendlichen würden oftmals als Störfaktor angesehen werden, wollten allerdings selbst meist gar keine Konflikte. Gerade deshalb sei es besonders wichtig, Beschäftigungen und entsprechende Orte zu finden.

Die Herausforderung, sie auch zu motivieren, bleibt jedoch. Davon können zahlreiche Vereine ein (Klage-)Lied singen. Ob Feuerwehr, Sportverein oder Kirche: Jugendliche ab einem bestimmten Alter springen in allen Bereichen ab. Die Interessen liegen einfach woanders – bei der Clique, manchmal auch schon einer nahenden Ausbildung und hin und wieder auch beim anderen Geschlecht.

Doch Ausnahmen gibt es auch hier. Das bestätigt auch Karin Lünstedt aus dem „Unser Nordertor“-Vorstand. Können Heranwachsende selbst mitgestalten, als „Teamer etwa“, wie es neudeutsch heißt, haben sie oft durchaus Interesse. Das kenne sie aus der Kirchengemeinde.

Deshalb sollten Vereine und Einrichtungen nicht aufgeben. Aber Jugendliche wollen sich eben nicht immer nur bespaßen lassen – außer vielleicht von Smartphone und Spielkonsole. Sondern sie wollen auch mitbestimmen. Dass sie nicht immer einfach im Umgang sind, mag sein. Aber ich lehne mich mal ganz weit aus dem imaginären Fenster: Das ist bei Senioren doch genauso der Fall.

Schönen Sonntag!

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Erstellt:
26. Juli 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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