Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fahrt. Nadine Lender

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fahrt. Nadine Lender

Nienburg 27.06.2017 Von Die Harke

Jugendliche waren auf Anne Franks Spuren

Oberschüler und Mitglieder der Jugendwerkstatt Marklohe waren zu Besuch in Amsterdam

Im Nachgang zur Anne-Frank-Ausstellung in Nienburg aus dem vergangenen Jahr begab sich eine Gruppe von Jugendlichen der [DATENBANK=827]Oberschule Marklohe[/DATENBANK] und der Jugendwerkstatt des Landkreises jetzt auf Spurensuche nach Amsterdam. Auf Initiative der Evangelischen Jugend des [DATENBANK=3515]Kirchenkreises Nienburg[/DATENBANK] mit Diakon i.R. Martin Bauer und der Lehrkraft Dorthe Göbel der Oberschule Marklohe kam diese Fahrt zu Stande. Nach der Ankunft in Amsterdam am Mittwochmittag besuchte die Gruppe das Widerstandsmuseum. Beim sich anschließenden Rundgang durch das ehemalige jüdische Viertel sei die Geschichte noch einmal plastisch geworden: Häuser, in denen Juden versteckt wurden, ehemalige Krankenhäuser oder auch der im Viertel liegende Tierpark boten damals Unterschlupf für Verfolgte.

Am nächsten Tag begab sich die Gruppe auf die Spur von Anne Frank und ihrer Familie. In der Prinzengracht 267 hatte Otto Frank seine Geliermittelfabrik Opekta nach der Flucht aus Frankfurt aufgebaut. Im Hinterhaus der Firma richtete er mit Hilfe seiner Mitarbeitenden das Versteck für seine Familie und weitere Freunde ein. Über zwei Jahre hielten sich die Familien im Hinterhaus versteckt, bis sie schließlich im August 1944 durch Verrat entdeckt wurden.

Tief beeindruckt sei die Gruppe durch den Aktenschrank vor der Tür in die unmöblierten Räume des Verstecks gegangen. Alle Räumlichkeiten sind im Originalzustand erhalten und nach wie vor verdunkelt. Bleibenden Eindruck hinterließ das kleine Zimmer von Anne Frank, das sie sich noch mit einem weiteren Mitbewohner teilen musste. An den Wänden hingen hinter Glas die zahlreichen Fotos und Plakate von Filmgrößen der damaligen Zeit, mit denen Anne das Zimmer „wohnlicher“ gestaltete. „Wir bekamen eine ungefähre Vorstellung davon, was es heißt, verfolgt zu werden und sich deshalb verstecken zu müssen, um zu überleben. Die Untergetauchten durften tagsüber keinen Lärm machen, um nicht entdeckt zu werden, sonst wäre man erschossen oder in ein Konzentrationslager geschickt worden“, heißt es dazu.

Nachmittags gab es eine Stadtrundfahrt durch Amsterdam. Besonders beeindruckend sei die große Anzahl an Fahrrädern gewesen. Parkdecks für Fahrräder an den Grachten erregten die Aufmerksamkeit der Besuchenden. Ebenso beeindruckend seien vielen kleinen Stadthäuser sowie die zahlreichen Hausboote in den zahlreichen Grachten gewesen. Da der Wohnraum in Amsterdam sehr eingeschränkt sei, würden immer neue Inseln geschaffen, auf denen dann neue Wohnviertel entstehen. Bei einer Grachtenfahrt gab es eine andere Blickperspektive auf manche Sehenswürdigkeiten der Stadt. Anschließend ging es mit vielen Eindrücken wieder zurück nach Marklohe, heißt es abschließend.

Zum Artikel

Erstellt:
27. Juni 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.