25.11.2012

„Junge Familien nach Hassel holen“

„Kick Off-Veranstaltung“ zur Steigerung der Attraktivität des Ortes mit über 30 Teilnehmern

Hassel (an). Jens Braun, stellvertretender Bürgermeister in Hassel, begrüßte am Freitagabend stellvertretend für den erkrankten Bürgermeister Günter Kesebom zu der „Kick Off-Veranstaltung“ zur Steigerung der Attraktivität in Hassel über 30 Vertreter örtlicher Vereine und Organisationen. Der Arbeitskreis (AK) aus dem Rat Hassel, mit Ute Müffelmann-Dieckmann, Heiko Lange und Harald Wegehöft hatten die Informationsveranstaltung vorbereitet, moderiert wurde sie von Heiko Lange.

In seinem Power-Point Vortrag nannte der Kommunalpolitiker drei Zielrichtungen: Ein Nahziel mit dem Austausch von Ideen, dem Entwickeln von Visionen und der Bildung eines kleinen Netzwerks. Im Zwischenziel sollen Projekte entwickelt und durchgeführt werden, mit Einbindung der Innen- und Außenwelt von Hassel, und im Fernziel – mit Blick auf das Jahr 2030 – steht das Schaffen von altersgerechten Strukturen. Die demografische Bevölkerungsentwicklung in der ehemaligen Samtgemeinde Eystrup, nur solche Zahlen liegen vor, zeige deutlich das Abnehmen der jüngeren Altersgruppen und eine deutliche Zunahme in der älteren Bevölkerung.

„Die Schwellengrenzen zum Erhalt der Schulen sinken, darum müsse die Sicherung der Erreichbarkeit von „Filialschulen“ gesichert werden“. Wenige Angebote in der Nahversorgung verlangen ein Umdenken, vielleicht ein „rollender Supermarkt“. Die medizinische Versorgung könne durch mobile Dienste und Bindung von Ärzten, gerade im ländlichen Raum, gesichert werden. Eine Konzeption mit Mehrgenerationenhäusern und altersgerechten Wohneinheiten müsse entwickelt werden. „In Hassel ist in der Ortsmitte noch Lückenbebauung möglich, wir müssen die Menschen wieder in den Ort holen“, fordert Heiko Lange für den AK.

Die Vereine stellten sich mit ihren Angeboten und Leistungen vor, mit teilweise überraschenden Erkenntnissen. Ellen Straßburg vom Förderverein der Grundschule berichtete zum Beispiel: „Seit 1997 unterstützen wir die Schule, mit immerhin 110 Mitgliedern, davon viele Externe, und machen mit finanziellen Leistungen vieles möglich“. 68 Kinder werden von vier Lehrkräften betreut, „eine gutes Bildungsangebot, wichtig um junge Familien zu binden“, ergänzt Schulsekretärin Susanne Brinkmann. Mit 670 Mitgliedern ist fast jeder dritte Dorfbewohner im TSV Hassel, weiß Vorsitzender Wilhelm Lütjens. Ob Angeln, im Erntedankclub mitwirken, Reiten im Jübberhof oder im Posaunenchor spielen, das Dorf Hassel hat vielseitige Angebote.

„Noch steht die Kirche mitten im Dorf“, so Pastorin Karin Haufler Musiol. Trotzdem macht sie sich Sorgen um immer weniger Gemeindeglieder, die Gemeinde dürfe nicht weiter schrumpfen. Inge Scheffler leitet seit 33 Jahre den Kindergarten. Sie betonte: „Wir kämpfen immer noch für eine Krippe.“

In der anschließenden Diskussion wurden viele positive Gedankengänge über Arbeitsplätze, Wohnraum und medizinischer Versorgung eingebracht. „Das sind Felder, die der Gemeinderat verfolgen muss“, so Wilhelm Lütjens. „Wir sind drei Einzelkämpfer und würden uns freuen, wenn der eine oder andere dazu kommen möchte“, hofft Heiko Lange. „Dass alle Vereine, die Kirche, die Schule und der Kindergarten da sind, ist toll. Wenn wir gemeinsam uns bemühen, junge Familien nach Hassel zu holen, dann bleibt auch die Schule“, glaubt Ute Müffelmann-Dieckmann. „Die Hasseler halten zusammen, einer hilft dem anderen“, betonte Harald Wegehöft.

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Erstellt:
25. November 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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