Thomas Freitag balanciert trittsicher auf dem schmalen Grat zwischen intelligentem Humor und bitterem Ernst. Pebijn Vlasmann

Thomas Freitag balanciert trittsicher auf dem schmalen Grat zwischen intelligentem Humor und bitterem Ernst. Pebijn Vlasmann

Nienburg 20.10.2017 Von Die Harke

Kabarett für skeptische Europäer

Thomas Freitag gastiert am 25. November im Kulturwerk

Thomas Freitag, der Altmeister der politischen Satire, ist am Samstag, 25. November, um 20 Uhr im [DATENBANK=340]Nienburger Kulturwerk[/DATENBANK]. Er ist einer der wenigen Kabarettisten, der neben der großen Kunst der politisch-satirischen Unterhaltung mit schauspielerischem Können brilliert. Mit seinem Programm „Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall“ verspricht er einen himmlischen Abend für Europa-Skeptiker. Europa! Was für ein erstaunlicher Erdteil! Ein Kontinent, der die Philosophie erfunden hat, die moderne Wissenschaft entwickelt und die Menschenrechte formuliert hat ... und der es heute schafft, auf über 3.000 Seiten zu erklären, wie viel Wasser maximal durch einen Duschkopf fließen darf. Europa ist eine große Idee. Die Idee eines Hauses, in dem 28 verschiedene Nationen (je nach Laune vielleicht auch nur 27) zusammenleben und zusammenarbeiten.

Wobei jeder, der mal versucht hat, in einer WG mit nur drei Leuten einen Spülplan zu entwickeln, ahnt: Das wird sauschwer! Europa steht nicht gut da im Moment. Früher suchten hier Touristen aus Übersee nach den Resten der alten Ruinen. Heute scheint Europa selbst die größte Ruine zu sein.

Thomas Freitag wirft in seinem neuen Programm einen scharfen, satirischen und sehr komischen Blick auf Europa ... oder das, was davon noch übrig ist. Er schlüpft dazu in die Rolle des EU-Bürokraten Peter Rübenbauer, der für die Entwicklung aller europäischen Kreisverkehre zuständig ist – bis der „worst case“ geschieht: Rübenbauer verunglückt in einem Kreisverkehr und findet sich nun auf der Grenze zwischen Leben und Tod, zwischen Himmel und Hölle, zwischen dem ewigen Licht und einer EU-Energiesparlampe wieder.

Und er stellt sich hier die großen Fragen: Habe ich im Leben alles richtig gemacht? Habe ich meine Ziele erreicht? Und habe ich wirklich für Europa gekämpft? Für dieses seltsame Gebilde, das uns Skipisten in Dänemark, Schwarzwälder Schinken aus Lettland und zwei Millionen Kreisverkehre beschert hat? Aber eben auch 70 Jahre Frieden und Wohlstand.

In einem rasanten Monolog seziert Thomas Freitag das heutige Europa, schlüpft dafür in viele verschiedene Rollen, schlägt den Bogen von der Antike bis heute, von der Hochkultur zur Politik, von Gott bis in die Welt. Und er kommt den großen Wahrheiten damit ziemlich nahe. Ein himmlischer Abend für Europäer, die glauben, dass Europa vielleicht doch noch mehr ist als Song-Contest und Champions League.

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Erstellt:
20. Oktober 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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