Andreas Rebers kommt am 6. Februar 2020 mit seinem Programm „Ich helfe gern“ ins Nienburger Theater. Janine Guldener

Andreas Rebers kommt am 6. Februar 2020 mit seinem Programm „Ich helfe gern“ ins Nienburger Theater. Janine Guldener

Nienburg 08.06.2019 Von Die Harke

Kabarett mit klaren Statements

Andreas Rebers ist Träger des „Dieter-Hildebrandt-Preises 2018“ und kommt ins Theater

„Kabarett der radikalen Mitte“ – so bezeichnet Andreas Rebers seinen Stil. Als er im vergangenen Jahr den Dieter-Hildebrandt-Preis bekam begründete die Jury: „Andreas Rebers versteht es meisterhaft, nicht an der Oberfläche zu kratzen, sondern große politische Themen so lange auf das Leben der kleinen Leute herunterzubrechen, bis es wirklich weh tut.“ Am Donnerstag, 6. Februar 2020, um 20 Uhr kommt er mit seinem aktuellen Programm „Ich helfe gern“ ins Nienburger Theater auf dem Hornwerk. Wenn Onkel Andi zu Besuch kommt, ist allenthalben große Freude und Heiterkeit im Saal. Aber warum? Rebers ist kein Narr und hasst Clowns. Und wenn man genau hinschaut, erkennt man auch warum. Nachdem die Weisen die Burg verlassen haben, erobern die Narren die Zinnen, und überall wird es lustig. Und damit das alles eine coole Performance hat, werden wir informativ unterhalten oder unterhaltsam informiert. Hat hier jemand Angst vor der Wahrheit? Oder sind wir alle schon dem Wahn verfallen?

Neulich konnte man lesen, der Rebers hilft, uns die Angst zu nehmen. Vor allem die vor uns selbst. Und man sah, dass es gut war. Schon als Kind wurden er und seine vielen Geschwister zur Hilfsbereitschaft erzogen, und das hält bis heute. Aber die gute schlesische Mutter hat ihn auch zur Wahrhaftigkeit und zur Bibel verpflichtet. Deshalb hat das Kind seine Diebstähle und kriminellen Taten auch immer zugegeben. Dann bekam er die Prügel, die er verdient hatte, und die Mutter sah von der Kollektivstrafe der ganzen Geschwisterschar ab. Reverend Rebers ist nur ein Arbeiter im Pointenberg des Herrn, aber mit der Wahrheit, vor allem der unbequemen, nimmt er es sehr genau. Denn wenn man Wahrheiten, die einem nicht passen, in den Schrank sperrt, werden sie giftig. Und damit nicht die Falschen den Giftschrank öffnen, macht er es lieber selber und nimmt zur Not auch die Prügel in Kauf. Das führt gelegentlich dazu, dass er die richtigen Fragen zum falschen Zeitpunkt stellt.

Dieses Programm ist ein Programm über alles, was toxisch ist. Schuldgefühle, faule Kredite, faule Ausreden, Nazismus und Narzissmus. Also ein Programm über uns. Die moralische Großmacht Deutschland. Hier wird Volkes Stimme mit Volkes Stimme entlarvt. Und wenn am Ende der Teufelsaustreibung noch etwas auf der Bühne herumliegt, kommt in der Zugabe der Tatortreiniger und beseitigt die restlichen Spuren. Gegen Wahn und Populismus, hilft nur ein guter Exorzismus. Andreas Rebers hilft gern.

Karten sind erhältlich an der Theaterkasse im Stadtkontor, Kirchplatz 4, in Nienburg, Telefon (0 50 21) 8 72 64 und 87356, Fax (0 50 21) 87 5 83 56, per E-Mail an theaterkasse@nienburg.de sowie im Internet unter www.theater.nienburg.de. Die Theaterkasse hat montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

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Erstellt:
8. Juni 2019, 12:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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